Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

Ausgangspunkt des Kunstprojekts ist die Wettbewerbseinreichung des Architekten Lucien Kroll für die Rehumanisierung der Plattenbausiedlung Alte Hellersdorferstraße aus dem Jahr 1994. Kroll schlug vor, anstatt Gebäude abzureißen, die Siedlung in Berlin-Hellersdorf in Phasen von 1994 bis 2019 rückzustufen, die Wohnungen flexibel umzugestalten und die Innenhöfe als kommunikative Orte zu etablieren. Wenige Unterlagen und ein bislang nur in französischer Sprache erschienenes Buch von Kroll sind die einzigen verbliebenen Zeugnisse der geplanten Umgestaltung. In der Siedlung wurden nur einzelne Dekorationselemente realisiert. Die Grundidee des »Inkrementalismus« – einer rücksichtsvollen Veränderung der Lebensumstände in Rücksprache mit den Bewohner_innen – wurde nicht umgesetzt.

Laut Kroll ist eines der ursprünglichsten Elemente, die eine Stadt bilden, der Pfad. Der Architekt zeichnete ein Schema aus Pfaden mit unterschiedlichen Funktionen. Der zentrale, rot markierte Pfad war inspiriert von den Bewohner_innen selbst, die im Schnee die Spur der besten Abkürzung für tägliche Erledigungen zeichneten. Diesen Pfad, der wachsen sollte, zeichnet die Künstlerin Anna Kowalska nach: als rote Linie, die sie durch die Siedlung zieht.
Ein weiterer Pfad verläuft bis zum Kastanienboulevard – dorthin, wo heute das Quartiersmanagement eine Umgestaltung mit Bürger_innenbeteiligung anstrebt.


Samstag, 30. September 2017, 18 Uhr
Plakate im öffentlichen Raum und Gesprächsabend mit Anna Kowalska, Jesko Fezer (Studio Experimentelles Design, HFBK Hamburg) u. a.
Vor dem Hintergrund aktueller Ideenwerkstätten installiert Anna Kowalska Plakate im öffentlichen Raum, die den Anwohner_innen Lucien Krolls Ideen wieder zugänglich machen. Bei dem Gesprächsabend wird deren aktuelle Bedeutung diskutiert.
station urbaner kulturen


Sonntag, 25. Juni 2017, 14-15.30 Uhr
Der rote Faden:
Künstlerischer Spaziergang in Nord-Hellersdorf
Treffpunkt: Shell-Tankstelle, Stendaler Str. 176, 12627 Berlin
Die Route führt durch das Quartier Alte Hellersdorfer/Zossener/Stendaler Straße
Die Künstlerin Anna Kowalska zeichnet Lucien Krolls rote Linie nach und erinnert an die Pläne von Lucien Kroll aus dem Jahre 1994, deren Verwirklichung nur in sehr reduzierter Form stattfand.

Samstag, 10. Dezember 2016, 19 Uhr
Zwischenpräsentationen in der station urbaner kulturen
Heute sind von den Entwürfen nur wenige Fassadenelemente zu sehen und einige überdachte Sitzgelegenheiten, die den Entwürfen von damals zugeordnet werden können. Einige Gebäude wurden abgerissen, im nördlichen Teil wächst eine Kleinsiedlung aus Einfamilienhäusern mit Zäunen.
Können wir aus den Entwürfen von damals – vor nur 20 Jahren – für heute etwas lernen und anwenden? Die Präsentation stellt erste Ergebnisse der Recherche vor und lädt ein zur Diskussion.

Anna Kowalska lebt und arbeitet in Paris. Die Jury wählte diese Recherchearbeit  im Rahmen des Kunstwettbewerbs aus, da sie wichtige Fragen zu räumlichen und sozialen Zusammenhängen, zu neuen Formen des Zusammenlebens und zu übriggebliebenen Utopien in Großwohnsiedlungen aufwirft.

Lesen Sie hier mehr zum Projekt "Mitte in der Pampa - Kunst im Untergrund 2016/17"



nGbK-Projektgruppe "Kunst im Untergrund 2016/17": Jochen Becker, Anna Gogonjan, Eva Hertzsch, Karin Kasböck, Folke Köbberling, Adam Page, Valeska Peschke

Ein Projekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Kooperation mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur Marzahn-Hellersdorf, finanziert von Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Kunst im Stadtraum.
Unterstützt von: BVG, Berliner Fenster, Wall, Lotto-Stiftung