neue Gesellschaft
für bildende Kunst

nGbK Lecture

nGbK Lecture: Nora Sternfeld "Welche Welt? Welche Kunst? Und welche Ausstellungen?"

Großausstellungen zwischen dissidentem Anspruch, künstlerischer Freiheit, politischem Zugriff und ökonomischer Verwertung
Freitag, 02. März 2018, 19.00 Uhr

Nora Sternfeld  "Welche Welt? Welche Kunst? Und welche Ausstellungen?"

Adresse: nGbK, Veranstaltungsraum, 1. OG, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Nora Sternfeld  "Welche Welt? Welche Kunst? Und welche Ausstellungen?"

Begrüßung: Ingo Arend, Präsidium nGbK

Wem gehört die documenta? Diese Frage war in den letzten Jahren zunehmend umstritten. Einerseits wurde die documenta von einem globalen Kunstfeld mit seinen Einsätzen, Diskursen und Märkten beansprucht. Andererseits wurde sie in Medien und Politiken als deutsche Marke (also vielleicht so wie VW, Nivea oder die deutsche Fußballmannschaft) promotet und verteidigt. Ihre Kunst wurde diesen Sommer viel diskutiert, vom deutschen Feuilleton als unästhetisch, von der rechten Politik als „entstellt“  bezeichnet. So treffen bei jeder Großausstellung strukturell verschiedene Zielkonflikte aufeinander: ökonomische Interessen, Standortfragen, Lokalpatriotismen, Ressentiments, kulturtheoretische Diskurshoheiten, aber auch künstlerisch-kuratorische Rigorosität und intellektuell-politische Ansprüche an eine Verschiebung dessen, was gesagt, gezeigt und gesehen werden kann. Welche Freiheit gilt es vor diesem Hintergrund zu verteidigen? Und was können wir uns von Großausstellungen in einer neoliberalen Welt, die sich vielerorts faschisiert, erwarten?

Nora Sternfeld ist Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki und designierte documenta-Professorin an der Kunsthochschule Kassel. Sie ist Teil des Wiener Büros trafo. K, das an Forschungs- und Vermittlungsprojekten an der Schnittstelle von Bildung, Kunst und kritischer Wissensproduktion arbeitet (mit Ines Garnitschnig, Renate Höllwart und Elke Smodics).
Des Weiteren ist sie im Leitungsteam des /ecm – educating, curating, managing – Masterlehrgang für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie im Kernteam des Wiener Netzwerks Schnittpunkt. Ausstellungstheorie & Praxis. Darüber hinaus ist sie Teil von Freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (mit Irit Rogoff, Stefano Harney, Adrian Heathfield, Mao Mollona and Louis Moreno). In diesem Zusammenhang war sie eine der künstlerischen Leiter*innen der Bergen Assembly 2016.
Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Vermittlung, Ausstellungstheorie, Geschichtspolitik und Antirassismus. Nora Sternfeld ist Autorin von "Das Pädagogische Unverhältnis. Lehren und Lernen bei Rancière, Gramsci und Foucault, Wien 2009 und Kontaktzonen der Geschichtsvermittlung. Transnationales Lernen über den Holocaust in der postnazistischen Migrationsgesellschaft, Wien 2013 sowie Mitherausgeberin von zahlreichen Sammelbänden.

Informationen zu vergangen Veranstaltungen der Reihe "nGbK Lectures" finden Sie hier:

nGbK Lectures 2016 nGbK Lectures 2017

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