Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

REISEAGENTUR - Kunstvermittlung 2012-2013

der Kunstvermittlungsstipendiatinnen der NGBK
Birgit Auf der Lauer und Anja Bodanowitz

 

"Inselhopping" mit dem Kanuclub zur Erfroschung der Stadt, Foto: Ellen Röhner (2012)
"Inselhopping" mit dem Kanuclub zur Erfroschung der Stadt, Foto: Ellen Röhner (2012)

 

 

Das experimentelle Kunstvermittlungsformat „Reiseagentur“ von Birgit Auf der Lauer und Anja Bodanowitz setzt auf die aktive und zielgerichtete Bewegung. „Reise“ ist hier als Ortsbestimmung und -veränderung, als Exkursion oder auch Erforschung zu verstehen, die aus der Institution hinaus führt sowie zu ihr zurück. Die Formate der "Reiseagentur" adressieren sowohl ein allgemeines Publikum als auch gezielt einzuladende Gruppen. Gemeinsam „bereist“ werden sowohl die NGBK und ihre Ausstellungsprojekte als auch spezifische Orte, Bezugspunkte und Akteure im städtischen Umfeld.

Reisen bedeutet innerhalb der „Reiseagentur“ nicht nur mit dem Bus oder der Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Es zielt auch darauf ab, sich „ortsunabhängig“ auf Reisen durch Inhalte und Themen zu begeben und sich mit der NGBK und ihren Projekten auseinanderzusetzen. Daneben wird das Reisen als methodischer Ansatz in der Kunstvermittlung und als Arbeitsweise der künstlerischen Recherche untersucht.

Im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe wird so nicht nur greifbar, wie künstlerische Arbeiten und kuratorische Konzepte argumentieren, sondern auch, welche Bezugspunkte sich im städtischen Umfeld der NGBK herstellen lassen und wie ausgewählte Inhalte von unterschiedlichen Akteuren und Expert_innen verhandelt werden – von Wissenschaftler_innen bis hin zu Stadtteilinitiativen.


Zu den Aktivitäten der Reiseagentur ist eine Publikation erschienen:
hier bestellen

 

Reise Nr. O1/O61O2O12

Ausstellung: 
„A Burnt-Out Case?“
Ausgangspunkt: 
ein gesellschaftliches Thema: das Burnout-Syndrom
Eingeladene Gäste: 
Susanne Lutz, Vertreterin der Geomantie
Jenny Dilg, Vertreterin der Kritischen Psychologie und Glückspezialistin
Gerald Manthei, Vertreter der Berliner Feuerwehr Philipp Meyer, Vertreter der Feuerspucker
Reiseteilnehmende: interessierte Gäste
Reiseroute:
 nGbK – Oranienstraße – Kottbusser Tor – Oranien- platz – Engelbecken – Wiener Straße – Circus Schatz- insel
Bewegung: zu Fuß
Reisedauer: 6 Stunden


Reise Nr. O2/27281O2O12

Ausstellung: DESERTMED
Ausgangspunkt: konkrete Orte
Eingeladene Gäste: 
Kanuclub zur Erforschung der Stadt
Reiseteilnehmende: interessierte Berliner_innen
Reiseroute: 
Spree-Oder-Wasserstraße zwischen dem Treptower Park und der Schillingbrücke
Bewegung: paddelnd im Kanu
Reisedauer: 2 x 5 Stunden


Reise Nr. O3/2728112O12

Ausstellung: DESERTMED
Ausgangspunkt:
 eine grafische Technik
Gäste:
 Oscar Ardila und die mobile Siebdruckwerkstatt „Die Grafikinsel“
Reiseteilnehmende: 
Schüler_innen der 12. Schule Mitte aus den Kursen Geografie und Kunst
Reiseroute: 
auf Papier zu Berliner Inseln in der Havel, der Spree, dem Tegler See, in der Dahme, dem Langer See und der Müggelspree
Bewegung:
 mit dem Zeichenstift und Siebdruckfarbe
Reisedauer: 2 Tage


Reise Nr. O4/1318O22O13

Ausgangspunkt:
 Recherche zur basisdemokratischen Struktur der nGbK und ihrer Geschichte
Eingeladene Gäste:
I. Gernot Bubenik, Clemens Jahn, Daniela Garcia del 
Pomar, Paul Holdsworth, Katharina Potrykus (FSJ 
Kultur)
II. Malte Beisenherz
III. Gernot Bubenik, Helmut Hartwig, Annette
Maechtel, Schüler_innen der Demokratischen
Schule X, Public School Berlin, Fakultät Null
IV. Katharina Potrykus, Cari Machet, AG Formate des WIR (Achim Lengerer), AG WIR SPIELEN, Clemens Jahn
Reiseteilnehmende: 
interessierte Gäste und junge Menschen im Freiwilli- gen Sozialen Jahr (FSJ) sowie im FSJ Kultur
Reiseroute: 
entlang der Pfade der basisdemokratischen Arbeits- weise und des Demokratieverständnisses der neuen Gesellschaft für bildende Kunst seit ihrer Gründung im Jahr 1969
Bewegung:
 in Gedanken, Diskussionen, Performance, Ausstellungsrezeption und praktischer Ideenwerk- statt
Reisedauer: 5 Tage


Reise Nr. O5/O6O42O13

Ausstellung: 
„It Is Only A State Of Mind“
Ausgangspunkt:
 eine künstlerische Recherche
Eingeladene Gäste:
 Ofri Lapid, Künstlerin der Ausstellung
Reiseteilnehmende: interessierte Gäste
Reiseroute:
 nGbK – Adalbertstraße – ehem. Luisenstädtischer Kanal – Sankt-Michael-Kirche – Vattenfallkraftwerk/ Tresor – Eisfabrik – Viktoriapark/Kreuzbergdenkmal
Bewegung:
 zu Fuß und mit dem Bus
Reisedauer: 5 Stunden


Reise Nr. O6/26O52O13, Reise Nr. O7/31O52O13

Ausstellung:
 DIE IRREGULÄREN
Ausgangspunkt:
 eine künstlerische Arbeit
Reiseteilnehmende:
 O6/26O52O13 interessierte Gäste
O7/31O52O13 Grundschüler_innen der 1. Klasse
Reiseroute: Ausstellungsraum der NGBK
Bewegung:
 zeichnend auf dem Papier
Reisedauer:
 3 und 4 Stunden


Reise Nr. O8/25O62O13

Projekt:
 WIR SPIELEN
Ausgangspunkt:
 Fragestellung der Arbeitsgruppe WIR SPIELEN
Reiseteilnehmende: 
interessierte Gäste, vor allem Mitglieder der nGbK
Reiseroute:
 von der nGbK bis zur Europäischen Union
Bewegung: in Gedanken und Diskussionen
Reisedauer:
 5 Arbeitstreffen, 1 Veranstaltung, 3 Stunden


Birgit Auf der Lauer (BA Performance Art, MA Art in Context) wurde 1981 in Rumänien geboren. Sie lebt in Berlin und arbeitet im Bereich der performativen Stadt- und Raumforschung. Ihre Projekte mit Kolleg_innen werden auf dem Blog "Varsity of Maneuvers" (www.varsityofmaneuvers.org) dokumentiert. Zentral in den Arbeiten ist die künstlerische Erschließung und Beanspruchung von Räumen, die politische, wirtschaftliche und ökologische Relevanz in unserer Gesellschaft haben. In Großbritannien rief Birgit Auf der Lauer mit Kolleg_innen die Performance Plattform „You and Your Work“ ins Leben. Diese präsentiert Arbeiten junger Performancekünstler_innen, die ortsspezifische oder partizipative Ansätze verfolgen. 2011 etablierte Birgit mit Anja Bodanowitz, Caspar Pauli, Timo Szscepanska, Artur van Balen und dem Kreuzberg Museum den „Kanuclub zur Erforschung der Stadt“, der künstlerische Projekte und Kanuexkursionen auf Berliner Gewässern realisiert.

Anja Bodanowitz arbeitet seit 2003 als freischaffende Künstlerin im In- und Ausland und lebt in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst u.a. an der Ecole Nationale des Arts, Dakar, Senegal, und absolvierte den Postgradualen Masterstudiengang "Art in Context" an der UdK Berlin. Kollaboration, Recherche und künstlerische Dokumentationsformen stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Anja Bodanowitz engagiert sich in verschiedenen Kunstprojekten, die sich zwischen künstlerischer Forschung und Vermittlung bewegen. Während eines Kambodschaaufenthaltes (DAAD) recherchierte sie über „Künstlerisches Handeln in Erinnerungsprozessen - Erinnerungsorte der Zeit der Khmer Rouge“. Thematisch setzt sie sich mit Konstruktionen von Geschichte, deren Vermittlung in die Gegenwart, mit urbanem Raum und kritischer Migrationsforschung auseinander. Des Weiteren arbeitet sie am Aufbau von längerfristigen Strukturen der ästhetischen Bildung wie beispielsweise an Künstler_innenresidenzen an der Nürtingen Grundschule (www.aufdersuchenachraumx.de).