Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

nGbK Lectures

Mittwoch, 29. März 2017, 19 Uhr
Im Veranstaltungsraum, 1. OG

Uproar! Occupency! Resistance!
About the fight of the Arts against signs of privatization and rightwing populism
[Aufstand! Besetzung! Widerstand! Über den Kampf der Kunst gegen Zeichen von Privatisierung und Rechtspopulismus]

Suresh Kumar und Akshaya Krishnamoorthy, Bangalore sprechen mit Robin Detje, Berlin
Begrüßung: Ingo Arend (Journalist, Präsidiumsmitglied der nGbK)
(en)

Bangalore ist überall. Die Kontraste zwischen neoliberaler New Economy und der Zivilgesellschaft sind in der südindischen IT-Metropole zwar besonders extrem. Aber die Tendenz, den öffentlichen Raum Tortenstück für Tortenstück zu verkaufen, Kultur als wertsteigernden Standortfaktor zu verstehen und sie in kapitalistische Unternehmenskultur und Markenpflege übergehen zu lassen, ist weltweit ein Problem.
Im Frühjahr und Sommer 2016 gab es in Südindien einen Künstler_innenaufstand. Er endete mit einem Sieg der Künstler_innen über einen Großunternehmer. Der öffentliche Raum wurde erfolgreich gegen die Privatisierung verteidigt.

Suresh Kumar war einer der wichtigsten Rädelsführer dieses Künstler_innenaufstands von Bangalore. Er ist als bildender Künstler und Mitbegründer diverser kollektiver Kunstprojekte und als Installations- und Performancekünstler auf die sozialen und ökologischen Folgen rasanter Urbanisierungsprozesse fokussiert. Er berichtet von der Schlüsselfunktion der Venkatappa Gallery, durch deren Besetzung die feindliche Übernahme und Privatisierung abgewendet werden konnten, und erläutert die dabei angewandten künstlerischen und politischen Strategien.
Robin Detje war auf einer Residenz des Goethe-Instituts in Bangalore. Als Teil der Berliner Künstlergruppe bösediva hat er den Widerstand vor Ort beobachtet und daran teilgenommen. Er liefert die Perspektive des Fremden aus Europa nach und versucht, seine Erfahrungen in den Berliner Kontext einzuordnen.

Robin Detje ist Teil der Künstlergruppe bösediva, lebt in Berlin
Suresh Kumar Gopalreddy ist Mitbegründer von kollektiven Kunstprojekten, unter anderem von BAR1 studios, dem ältesten von Künstlern organisierten Residence-Programm in Bangalore, oder zero8zero.  Er verfolgt seit 2002 die Möglichkeiten einer von Wettbewerb unabhängigen Zusammenarbeit. 2002 erhielt er den Master in Bildhauerei am ArtCollege Neu Delhi.
Akshaya Krishnamoorthy, geboren in Chennai (Indien), lebte 5 Jahre lang in Bangalore. Sie trat dort dem Forum bei und unterstützte dessen Aktivitäten und eine Reihe von Veranstaltungen. Derzeit lebt und graduiert sie in Prag. 

 

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Mittwoch, 7. September 2016, 19 Uhr
im Veranstaltungsraum der nGbK, 1. OG

Nach dem Putsch – After the Coup
Kunst und Kultur in der Türkei in Krisenzeiten
 
Gespräch mit Nike Bätzner (Co-Kuratorin der 6. Sinop-Biennale), Asena Günal (Direktorin Depo, Istanbul) und Erden Kosova (Kritiker und Autor, Istanbul)
Moderation: Ingo Arend (Kritiker, Präsidiumsmitglied der nGbK)

Demokratur, Diktatur, Faschismus? Nach dem gescheiterten Staatsstreich in der Türkei stellt sich die Frage nach der Zukunft von Demokratie und Freiheit in dem Land am Bosporus immer dringlicher. Zehntausende Menschen wurden verhaftet, ihr Besitz konfisziert. Vor allem der offene Terror gegen die Presse, Schriftsteller_innen, Akademiker_innen und kritische Intellektuelle hat zugenommen. Noch sind bildende Künstler_innen und Institutionen von dem harten Durchgreifen der Regierung nicht betroffen. Doch schon vor dem Putsch gab es Akte von Zensur und Behinderung. Die Absage verschiedener Ausstellungen und der Kunstmesse ArtInternational sind Anzeichen dafür, dass sich die Lage verschärft. Es steht viel auf dem Spiel für die einzigartige Kunstszene, die sich in den letzten 15 Jahren in der Türkei herausbilden konnte. Wir fragen an diesem Abend mit Akteuren vor Ort nach dem Raum für Kunst und Kulturpolitik in der Türkei, welche Stimme und welchen Ort braucht es jetzt, um die Freiheit von kreativem Geist und kritischer Meinung zu schützen?