Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

Claude Gomis & Saskia Köbschall: Laboratorium der Solidarität

KUNST IM UNTERGRUND 2016/17: Mitte in der Pampa
U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord (U5)
Oktober 2016 - Oktober 2017

Claude Gomis & Saskia Köbschall, U-Bhf Kaulsdorf-Nord, 2007, Foto: C. Leitner
Claude Gomis & Saskia Köbschall, U-Bhf Kaulsdorf-Nord, 2007, Foto: C. Leitner

Das Projekt Laboratorium der Solidarität erforscht vergangene und aktuelle Formen der Solidarität mit antirassistischen und antikolonialen Bewegungen anhand von Erinnerungen der Bewohner_innen von Marzahn-Hellersdorf. Dabei stehen die Solidaritätsbewegungen der DDR mit dem afroamerikanischen Befreiungskampf, der Antiapartheidbewegung und der Bevölkerung Vietnams im Mittelpunkt. Während die Politik der DDR sich für weltweiten Antirassismus und antirassistische Bildungsinitiativen einsetzte, wurde Rassismus im eigenen Land systematisch verschwiegen. Ziel des Projekts ist, die Wichtigkeit von selbstreflektierenden, kritischen Formen der Solidarität in Bezug auf die sich verändernde politische, visuelle und diskursive Landschaft von Marzahn-Hellersdorf hervorzuheben: Ihre besondere Geschichte und die heutigen sozio-kulturellen Zusammenhänge könnten über ihre Grenzen hinaus neue Formen des Zusammenlebens generieren.

Die gesammelten Dokumente werden kontextualisiert und als Bildmotive in der Fußgängerbrücke oberhalb des U-Bahnhofs Kaulsdorf-Nord (U5) installiert. 

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem in Dakar geborenen und in New York City arbeitenden Künstler Claude Gomis und der Berliner Kuratorin und Anthropologin Saskia Köbschall.



Samstag 08 Oktober 2016, 17 Uhr,
Eröffnung und Konzert (Claude Gomis und Band)
U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord (U5), Fußgängerbrücke

Samstag 07 Januar 2017, 17 Uhr,
Diskursabend und Konzert
(dt/en)

[...]


In einem Europa des zunehmenden Nationalismus und Rassismus, konfrontiert mit Themen wie Migrationsbewegungen oder Grenz- und Identitätspolitik, wächst die Notwendigkeit, sich mit neuen und alten Formen der antirassistischen und antikolonialen Solidarität auseinanderzusetzen. Am Diskursabend im Rahmen des Projekts »Laboratorium der Solidarität« werden die Solidaritätsbewegungen in der DDR kritisch beleuchtet. Sie dienen als Ausgangspunkt für eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Begriff ›Solidarität‹ heute und erweitern, pluralisieren und rehumanisieren diesen. Sowohl eine historisch-aktivistische Perspektive (Victor Grossman) als auch ein postkolonial-urbanistischer Ansatz (Noa Ha) werden von Bedeutung sein und es wird die Frage nach der Rolle von Kunst und Kultur beim Schaffen einer neuen Sprache bzw. von neuen Diskursen gestellt (Emeka Okereke).


Gastredner_innen:

Emeka Kupeski Okereke ist ein Fotograf, dessen Werke zwischen Fotografie, Poesie, Video und kollaborativen Projekten oszillieren und sich mit Fragen der Koexistenz (jenseits der Begrenzungen vordefinierter Räume) und der Selbstfindung auseinandersetzen. Er ist Gründer und künstlerischer Leiter des Invisible Borders Trans-African Photography Project, eines alljährlich umgesetzten Projekts, das bis zu zehn afrikanische Künstler_innen zu einem gemeinsamen Road-Trip durch den Kontinent zusammenbringt.

Noa K. Ha (Dr.-Ing.) ist PostDoc am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin. Sie forscht zu postkolonialem Urbanismus in europäischen Städten und zur asiatischen Diaspora, insbesondere untersucht sie aus einer rassismuskritischen Perspektive den Straßenhandel im öffentlichen Raum von Berlin. Sie engagiert sich bei korientation, einem asiatisch-deutschen Netzwerk, und ist im Vorstand des Migrationsrat Berlin (MRBB).

Victor Grossman ist ein US-amerikanischer Publizist und Aktivist, der ab dem Jahr 1952 in der DDR lebte. 1965 bis 1968 leitete er das Paul-Robeson-Archiv an der Akademie der Künste. Er engagierte sich in der deutschen Solidaritätsbewegung, beispielsweise für den afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal, für Paul Robeson, Leonard Peltier und viele weitere. Heute arbeitet er als freischaffender Journalist und Übersetzer.

Saskia Köbschall (Moderation).

Anschließend mit einem Konzert von Claude Gomis:

Claude Gomis ist ein in Dakar (Senegal) geborener und in New York City  (USA) lebender Musiker und Künstler. Er verbrachte seine Kindheit damit, als Tänzer und Percussionist mit seinem Vater Rudy Gomis, dem Gründer des Orchestra Baobab, auf Tour zu gehen. Nach seinem Abschluss an der École Nationale des Beaux-Arts de Dakar, zog Gomis nach New York und tourte mit Bands wie Midnite und Sadao Watanabe. Er veröffentlichte zwei Soloalben, die senegalesische Musiktraditionen mit Jazz, Afrobeat und Blues zusammenbringen.

Diskursabend und Konzert finden im Rahmen des »Laboratorium der Solidarität« von Claude Gomis und Saskia Köbschall statt. 



Lesen Sie hier mehr zum Projekt "Mitte in der Pampa - Kunst im Untergrund 2016/17"


nGbK-Projektgruppe "Kunst im Untergrund 2016/17": Jochen Becker, Anna Gogonjan (2016), Eva Hertzsch, Karin Kasböck, Folke Köbberling, Adam Page, Valeska Peschke

Ein Projekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Kooperation mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur Marzahn-Hellersdorf, finanziert von Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Kunst im Stadtraum.
Unterstützt von: BVG, Berliner Fenster, Wall, Lotto-Stiftung