Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

Anna Kowalska: Endlich zuhause?

KUNST IM UNTERGRUND 2016/17: Mitte in der Pampa
Dezember 2016 - Oktober 2017

Endlich zuhause?, 2016. Foto: K. Garrelt
Endlich zuhause?, 2016. Foto: K. Garrelt

Der belgische Architekt Lucien Kroll gewann 1994 den Architekturwettbewerb zur Umgestaltung des Quartiers Alte Hellersdorfer/Zossener/Stendaler Straße in Berlin-Hellersdorf. Kroll und seine Mitarbeiter_innen hatten zusammen mit den Bewohner_innen Vorschläge zur ›Rehumanisierung‹ der sehr hoch und dicht gebauten Plattenbausiedlung entwickelt. Anstatt Gebäude abzureißen, sollten sie stufenweise rückgebaut, die Wohnungen flexibel umgestaltet und die Innenhöfe so angelegt werden, dass dort kommunikative Orte entstehen könnten. Dies sollte in Etappen über einen längeren Zeitraum geschehen und die Wünsche der Mieter_innen berücksichtigen. Dafür erstellte er einen Plan, der in mehreren Phasen über die Jahre von 1994 bis 2019 realisiert werden sollte. Lucien Kroll orientierte sich am „instinktiven Verhalten der Fußgänger_innen“ im öffentlichen Raum. So beobachtete er Fußspuren nach dem ersten Schnee, die einen Pfad markierten, der durch die Siedlung führte. Kroll zeichnete in seinem Plan diesen Pfad als rote Linie und markierte somit eine Hauptbewegungsachse, die eine Verbindung zu den Grünflächen der Umgebung (Wuhle, Hönower Weiherkette) herstellen sollte.


Samstag, 10. Dezember 2016, 19 Uhr
Zwischenpräsentationen in der station urbaner kulturen, Cecilienplatz 5, 12619 Berlin
Heute sind von den Entwürfen nur wenige Fassadenelemente zu sehen und einige überdachte Sitzgelegenheiten, die den Entwürfen von damals zugeordnet werden können. Einige Gebäude wurden abgerissen, im nördlichen Teil wächst eine Kleinsiedlung aus Einfamilienhäusern mit Zäunen.
Können wir aus den Entwürfen von damals – vor nur 20 Jahren – für heute etwas lernen und anwenden? Die Präsentation stellt erste Ergebnisse der Recherche vor und lädt ein zur Diskussion.


Sonntag, 25. Juni 2017, 14-15.30 Uhr
(Teil 2): Der rote Faden

Künstlerischer Spaziergang in Nord-Hellersdorf

Treffpunkt: Shell-Tankstelle, Stendaler Str. 176, 12627 Berlin
Die Route führt durch das Quartier Alte Hellersdorfer/Zossener/Stendaler Straße
Kontakt: 0173 662 6915
Die Künstlerin Anna Kowalska zeichnet nun Krolls rote Linie nach und erinnert an die Pläne von Lucien Kroll aus dem Jahre 1994, deren Verwirklichung nur in sehr reduzierter Form stattfand.


Anna Kowalska lebt und arbeitet in Paris. Die Jury wählte diese Recherchearbeit  im Rahmen des Kunstwettbewerbs aus, da sie wichtige Fragen zu räumlichen und sozialen Zusammenhängen, zu neuen Formen des Zusammenlebens und zu übriggebliebenen Utopien in Großwohnsiedlungen aufwirft.

Lesen Sie hier mehr zum Projekt "Mitte in der Pampa - Kunst im Untergrund 2016/17"



nGbK-Projektgruppe "Kunst im Untergrund 2016/17": Jochen Becker, Anna Gogonjan, Eva Hertzsch, Karin Kasböck, Folke Köbberling, Adam Page, Valeska Peschke

Ein Projekt der neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Kooperation mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur Marzahn-Hellersdorf, finanziert von Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Kunst im Stadtraum.
Unterstützt von: BVG, Berliner Fenster, Wall, Lotto-Stiftung