Oranienstraße 25
10999 Berlin

Ausstellungsraum:
Täglich 12–19 Uhr
Mi–Fr bis 20 Uhr

Diana Lucas-Drogan: Die Haut von Hellersdorf

KUNST IM UNTERGRUND 2016/17: Mitte in der Pampa
station urbaner kulturen
Februar-Oktober 2017

Latexkleid und Reflektorweste aus »Die Haut von Hellersdorf Foto: Alexandra Pawlik & Diana Lucas-Drogan
Latexkleid und Reflektorweste aus »Die Haut von Hellersdorf Foto: Alexandra Pawlik & Diana Lucas-Drogan

»Die Haut von Hellersdorf« untersucht das Verhältnis von Akteur_innen, Bewohner_innen, Initiativen und Studierenden in Hellersdorf zu ihrer räumlich-gelebten Umgebung. Ein Schwerpunkt ist die Raumaneignung und -ausgrenzung von Geflüchteten. Gesammelte Gesprächsaufzeichnungen und Wegbeschreibungen zeigen Hellersdorf in Bewegung, über die eigenen Stadtgrenzen hinaus - auch im Orbit der sogenannten ›Flüchtlingskrise‹.
Dieses eigentümliche räumlich-soziale Gewebe überträgt Diana Lucas-Drogan in Drucken, Handzeichnungen und Stickereien auf Textilstücke, die sie "Aufzeichnungskleider" nennt. Das Gewebe wird zur Landkarte, das Textilstück zu einem beweglichen Lageplan.

Teil 1: Habitus Hellersdorf
17. Februar - 15. April 2017
Auf Grundlage der gemeinsamen Spaziergänge, der sog. »Go-Alongs« (dt. Alltagsspaziergänge), konnten die Studierenden Forschungsfragen zu einem konkreten Ort formulieren: Welche physischen Spuren hinterlassen alltägliche Abläufe, Ausgrenzung und Aneignung in Hellersdorf? Welche Spuren hinterlassen Forschende? Wer ist Hellersdorf? Wer bestimmt, was draußen ist?

Das gesammelte Wissen über Hellersdorf wird in einer Ausstellung in der station urbaner kulturen nacherzählt. Als bewusste Kritik an der Machtposition kartographischer Arbeit in der Repräsentation von gelebten Räumen werden die Künstlerin und die Studierenden die Ergebnisse ihrer Arbeit als eine körperliche Erfahrung wiedergeben – in Videos, Fotografien, Zeichnungen und als tragbare, sprechende Parkas. Besucher_innen sind eingeladen, die Jacken anzuziehen und darin Hellersdorf zu erkunden. Die Parkas transportieren das Wissen der lokalen Expert_innen und sollen gleichermaßen von den Besucher_innen Geschichten erzählt bekommen.

Eröffnung: Donnerstag, 16. Februar 2017, 19 Uhr
station urbaner kulturen, mit gemeinsamem Abendessen


Teil 2: Auftakt Aufzeichnungskleider  
Die Künstlerin präsentiert die Textilstücke und die unterschiedlichen Routen, auf denen sie im Juli von vier Performer_innen getragen werden. Zu diesen Performances wird kein Publikum eingeladen. Vielmehr soll die Aufmerksamkeit von Passant_innen auf die Kartographien gelenkt werden. So entsteht im Vorbeigehen ein Querlesen – eine Art „Counter-Mapping“ (deu. Gegen-Kartographie). Punktuell werden die Performances filmisch dokumentiert und bewegte „scans“ der Körper erstellt, die später als Projektionen in die Arbeit einfließen.

»Die Haut von Hellersdorf (Teil 2)« entsteht in Zusammenarbeit mit den Performer_innen Hassan Kello, Ghaith Noori, Kreshnik Gashi, Laura Kiehne, der Modedesignerin Alexandra Pawlik (Nadelwerk), dem Soziologen Holger Braun-Thürmann und dem Designer/Fotograf Matthias Neumann.

Präsentation: Sonntag, 25. Juni 2017, 16-18 Uhr

station urbaner kulturen
Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin-Hellersdorf
(Eingang über Kastanienboulevard)
U5 Cottbusser Platz
Do–Sa 15–19 Uhr

Lesen Sie hier mehr zum Projekt "Mitte in der Pampa - Kunst im Untergrund 2016/17"


»Die Haut von Hellersdorf« ist eine transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Diana Lucas-Drogan, Masterstudierenden für Soziale Arbeit der Alice Salomon Hochschule Berlin-Hellersdorf, dem Soziologen Holger Braun-Thürmann und Bewohner_innen von Hellersdorf.
Blog: http://hautvonhellersdorf.tumblr.com/

Durchgeführt von der AG Kunst im Untergrund 2017: Jochen Becker, Eva Hertzsch, Karin Kasböck, Folke Köbberling, Adam Page, Valeska Peschke.

Finanziert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Kunst im Stadtraum.Unterstützt von: LOTTO-Stiftung Berlin, BVG, Berliner Fenster, Wall

Dank an: LaLoka und Stop Deportation Group