neue Gesellschaft
für bildende Kunst


Zum 1. März 2020 wird Annette Maechtel die Position der Geschäftsführung der nGbK übernehmen. Nach der Ausschreibung und dem Bewerbungsverfahren entschied sich der Verein für die 51jährige Kuratorin, Dozentin und Wissenschaftlerin. Annette Maechtel beendete kürzlich ihre Promotion mit einer Arbeit zur Differenzierung und Kontextualisierung temporärer Räume im Spannungsfeld künstlerischer Praktiken, Stadtentwicklung und Kulturpolitik im Berlin der frühen 1990er Jahre.

»Annette Maechtel ist für die nGbK eine ausgezeichnete Wahl: Sie ist mit der zeitgenössischen Kunstdebatte vertraut, beherrscht Projektmanagement, Administration und Netzwerkarbeit. Sie versteht Kunst als Medium der kritischen Gesellschaftsreflexion und verfügt über Erfahrung, Kompetenz und Engagement. Sie kennt die Stadt, die nGbK und bringt kulturpolitisches Gespür mit. Die Gesellschaft ist in den letzten Jahren größer, vielfältiger und internationaler geworden und hat neue Felder des künstlerischen Wirkens und des Diskurses erschlossen. Wir freuen uns sehr darauf, diese Arbeit in der umbrechenden Berliner Kulturlandschaft zusammen mit Annette Maechtel in eine neue Phase zu führen«, erklären Ingo Arend und Çağla Ilk für das Präsidium der nGbK.

Die neue Geschäftsführerin beginnt ihre Tätigkeit zum Jahresauftakt 2020. »Die aktuelle Situation fordert die nGbK auf, sich als basisdemokratischer Kunstverein im Kunstfeld, in der Gesellschaft und in der Stadtpolitik zu positionieren. Auf diesen Prozess freue ich mich zusammen mit dem Verein, dem Team der Geschäftsstelle und den künstlerischen und kuratorischen Projekten.« So beschreibt Annette Maechtel ihre Aufgabe.

Foto: Jens Kommossa
Foto: Jens Kommossa

Annette Maechtel arbeitet seit Mitte der 90er Jahre an den Schnittstellen von künstlerischer Praxis, freier Projektarbeit, Fragen von Institution/Institutionalisierung sowie kultur- und stadtpolitischen Debatten. Zuletzt war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung an der UdK Berlin. Sie war Lehrbeauftrage u.a. an der weissensee kunsthochschule, der UdK Berlin und der Aalto Universität Helsinki und verfügt über langjährige Arbeitserfahrung in kollektiven Strukturen, kuratorischer und aktivistischer Arbeit sowie der Moderation von Gruppen.
Annette Maechtel promovierte (Dr. phil.) unter dem Titel »Das Temporäre politisch denken. Raumproduktionen im Nachwende-Berlin am Beispiel von Botschaft e.V. (1990–1996)« an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Institut für Theorie. Die Arbeit erscheint im Herbst im Buchhandel.
Ebenfalls 2018 kuratierte sie zusammen mit Heimo Lattner das Projekt »Tunix Kongress 1978 – eine Revision der Berliner Projektkultur« im HAU Hebbel am Ufer Berlin und 2007 zusammen mit Christine Heidemann und Kathrin Peters »die stadt von morgen. Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels« in der Akademie der Künste Berlin.
Von 2011 bis 2015 war sie aktiv in der Initiative Haben und Brauchen in Berlin.
Seit 2002 ist Annette Maechtel Mitglied in der nGbK und arbeitete in den Projektgruppen »Kunst im Untergrund« (2002-2006), »Formate des Wir« (2013) sowie verschiedenen Gremien im Verein.