neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Draußen keift der Volksmund Freiheit
Realismen im Zeitalter des Rechtsrucks

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Format: Gruppenausstellung mit Vermittlungsprogramm (Symposium, Führungen)

Budget: 59.758,50 Euro



Vor dem Hintergrund eines in Kriegszeiten früher oder später notwendig erstarkenden Nationalismus und eines schon längst virulenten internationalen Rechtsrucks wollen wir in einer Gruppenausstellung in der Karl-Liebknecht-Straße mit 15 Künstler*innen, die bereits in einem längeren Austauschprozess sind, das antifaschistische Potential künstlerischer Realismen befragen. In einem Vermittlungsprogramm wollen wir neben einem Symposium auch Führungen anbieten, die das Realismusprinzip der Wechselwirkung von Wirklichkeit und Kunst nachvollziehen, indem eine (kunst)politische Stadtführung durch das ehemalige Berliner Scheunenviertel in eine Ausstellungsführung mündet. Das Projekt soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 stattfinden.

Hintergrund:
Wir leben in finsteren Zeiten. Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine setzen sich auch in der westlichen Welt Forderungen nach einer militärischen Aufrüstung weiter durch. Auf allen Seiten erleben wir eine, für Krisensituationen bekannte, Komplexitätsreduktion, die langfristig einen nationalen Bekenntniszwang nahelegt. Kriege waren schon immer Durchlauferhitzer für Nationalismen. Bereits seit einigen Jahren erleben wir weltweit neue faschistische Formierungen. Beschleunigt Max Sand, „Untitled“, 2016 durch die Corona-Pandemie zeigte und zeigt sich ein internationaler Schulterschluss zwischen Impfgegner*innen, Esoteriker*innen, Wutbürger*innen, organisierten Neonazis und Parteien wie der AfD oder gar (ehemaligen) Regierungsoberhäuptern wie Donald Trump, Jair Bolsonaro oder John Magufuli. Diese Bewegungen nutzen dabei Mittel wie Verschwörungstheorien und Fake News und schöpfen immer wieder aus dem historischen Reservoir faschistischer Bewegungen und Regimes. Sie eignen sich aber auch Symbole und historische Persönlichkeiten, die eher als links und progressiv gelten, an und deuten diese für ihre eigene Sache um. Sophie Scholl oder Anne Frank werden von ihr herbeizitiert und beim “Sturm auf den Reichstag” im Spätsommer 2020 waren etwa Ghandi-Banner neben Reichkriegsflaggen zu sehen.