neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Verloren in Schwarz-Weiß – 33 vergessene Frauen 

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Format: Ausstellung mit Veranstaltungsprogramm und Katalog

Budget: 59.985,45 Euro (Projekt: 50.165,50 €; Katalog: 9.819,95 €)



Wendayiyên di reş – spiyê de – 33 Jinên jibîrbûyî
Wir möchten mit diesem Projekt an kurdische Frauen im Mittleren und Nahen Osten gedenken, die im Schatten der Geschichte und im Schatten der „Heldenhaften Männer“ in Vergessenheit geraten sind. Wie viele von euch in den letzten Jahren mitbekommen haben, kursierten auf der ganzen Welt Bilder kurdischer „Kämpferinnen“ mit langen, geflochtenen Zöpfen und einer Waffe in der Hand, die gegen den IS – Islamischer Staat gekämpft haben. Bis heute ist es so, sobald der Widerstand und Kampf kurdischer Frauen erwähnt wird, werden diese Bilder und die damit einhergehenden Stereotypen reproduziert. Die Geschichte kurdischer Frauen hat nicht seitdem der Islamische Staat Teile des Iraks und Nordost Syriens angegriffen hat angefangen, sondern sie hat eine weitaus längere Tradition des Widerstandes. In der Geschichte haben kurdische Frauen auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft ihren Kampf gegen patriarchale, konservative und feudale Strukturen geführt, die bis heute wenig bis keine Erwähnung in der Geschichte sogar in der kurdischen Geschichte finden.
Die kurdische Geschichtsschreibung bzw. die Perspektive der kurdischen Geschichtsschreibung ist nicht frei von patriarchalen Denkmustern, auch sie ist männerdominiert. Um frei von dieser Geschichtsschreibung und frei von westlichen Beschreibungen über kurdische Frauen zu kommen, möchten wir als Frauen und Geschwister, die seit Jahren zur kurdischen Geschichte/Frauengeschichte, Literatur, Musik und Sprache recherchieren, die von Flucht und Diskriminierung betroffen sind, es wagen der herkömmlichen Geschichtsschreibung entgegen zu wirken. Wir möchten von Frauen sprechen, die mit ihrer Kunst, mit ihrer Musik, mit ihren Schriften/Büchern, mit ihrem Engagement, die Tabus der damaligen Gesellschaft gebrochen haben, die Heere und Dynastien, Provinzen geführt haben. Wir möchten davon sprechen, dass Frauen Jahrhunderte vor uns angefangen haben sich gegen die Unterdrückung und Bevormundung zur Wehr zu setzen. Und wir unseren heutigen Kampf, nicht losgelöst von den vielen Errungenschaften der Frauen vor unserer Zeit betrachten können.