neue Gesellschaft
für bildende Kunst

The 3rd Two
Postwar Feminism in Japanese and Korean Art

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Format: Ausstellungsprojekt, Veranstaltungen und Publikation (mit anderen Fördermitteln finanziert)

Budget: 59.968,40 €



„The 3rd Two“ widmet sich drei Generationen japanischer und koreanischer Künstlerinnen, die sich intensiv mit dem Thema der eigenen Identität als Frau im sozialen Gefüge ihrer Länder auseinandersetzen. Wie die Mangakultur mit ihren Folgeerscheinungen, z.B. den Maid-Cafés zeigt, wird auch heute noch asiatische Weiblichkeit als billige verfügbare Wohlfühlware für männliche Phantasien angeboten. Die Wurzeln für diese Entwertung des Weiblichen liegen in einer patriarchalen, konservativ geprägten Gesellschaft, die die Stellung von Frauen herabsetzt und ihre Rechte zwar nicht formal juristisch, aber dennoch faktisch gelebt einschränkt. Auch die immer noch negierte Geschichte der massenhaften Zwangsprostitution von Frauen als sogenannte „comfort women“ im Asien-Pazifik Krieg zeigt, dass man hier erneut ansetzen muss, um die Entwicklung in der Gegenwart aufzuzeigen. „The 3rd Two“ unterstützt und verstärkt die aufkeimenden, kritischen Ausstellungsprojekte, die sich einer in den neuen Demokratien üblichen, freiwilligen Selbstzensur der ausstellenden Institutionen widersetzen. Wie notwendig diese Unterstützung ist, belegt die aktuelle Entwicklung in Südkorea, in dem von den „wütenden jungen Männern“ ein Präsident gewählt wurde, der die gerade erst erreichten Maßnahmen für eine Geschlechtergerechtigkeit erneut einschränken will. Es ist ein Kulturkampf mit ungleichen Mitteln, denn den feministischen Künstler:innen fehlt zumeist eine breite gesellschaftliche Plattform für ihre neuen Konzepte. Diese soll das Projekt zur Verfügung stellen.
Nach 'Shared.Divided.United (2009)' und 'Verbotene Bilder (2015)' bietet „The 3rd Two“ eine Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit des Teams Kunst und Politik (in den neuen asiatischen Demokratien) mit der nGbK, die einen brisanten Einblick in die im Westen wenig bekannte feministische Kunstszene gibt.



Credit image: Seulki Ki, Bitter orange, archival pigment print, 2015