neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Common Sensibilities  

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Format: Kunstausstellungen, Workshop-Events

Budget: 59.999,00 €

Common Sensibilities will die Bedeutung des Wortes „Sinn“ und die Möglichkeit des Nachdenkens über den „gesunden Menschenverstand der Welt“ im aktuellen Kontext des Ökozids, der Hyperdigitalisierung, des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts, der massiven Migration und der erzwungenen Umsiedlung sowie der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten hinterfragen. Was bedeutet es heute, dass wir in einer „Welt“ leben? Wo ist die „Globalität“ unserer Gemeinschaften? Wo ist der „Sinn“ der Welt, wenn sie nicht mehr das Zuhause ist, in dem wir leben? Ist es möglich, sich im Zeitalter der Anästhesie und der Immunität einen „gemeinsamen Sinn“ für die Welt vorzustellen?

Der französische Philosoph Jean-Luc Nancy beschäftigte sich in seinen Werken radikal mit der Frage des „Sinns“. Seine Schriften umfassen verschiedene Bereiche, von der Politik bis zur Psychoanalyse, von der Kunst bis zur Religion, von der Phänomenologie bis zur Hermeneutik. Für Nancy sind die Begriffe „Sinn als Bedeutung“, „Sinn als Sinnlichkeit oder Empfindung“ und „Sinn als leibliche Hinwendung“ untrennbar miteinander verbunden. In phänomenologischen Begriffen ist der Sinn, die Bedeutung der Welt also dem Sinn, dem Empfinden der Welt immanent. Nancys Welt ist eine Welt, in der der Sinn nicht mehr an die Welt gebunden ist, sondern vielmehr die Bedingung unseres In-der-Welt-Seins ist. Die Bedeutungen entstehen durch Berührung und durch die Bewegung auf die Welt. Der Sinn liegt also an der Oberfläche, außerhalb, dazwischen.[…] 

Das Projekt umfasst eine Ausstellung, öffentliche Diskussionen, Performances und Seminare und wird versuchen, eine zeitweilige globale Gemeinschaft zu schaffen, indem es die Möglichkeiten und Grenzen dieses politisch-ästhetischen Ansatzes mit den Mitteln der zeitgenössischen Kunst erkundet. Das Projekt wird Künstler_innen, Forscher_innen und Aktivist_innen dazu einladen, die Aneignung des politischen Sinns von poetischen/künstlerischen Empfindungen zu überdenken.