neue Gesellschaft
für bildende Kunst

From Polyekran To Internet (AT) -
Audiovisual Media Innovation and Subversion in Socialist Europe and Early Transition Years 1945-1995

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Format: Ausstellung mit begleitenden Filmvorführungen und Vorträgen, Online-Präsentation, Print-Publikation

Budget: 59.991,40 €



Mehr als 30 Jahre nach dem postsozialistischen Übergang in Europa hallt in den Köpfen der Menschen immer noch die These des deutschen Philosophen Jürgen Habermas nach, dass die neuen Länder erst einmal zu ihren westlichen Brüdern „aufholen“ müssten, um sich der Moderne anzuschließen. Glücklicherweise bewegt sich die neuere Forschung zum Kalten Krieg weg von der Sichtweise zweier monolithischer, gegensätzlicher Blöcke und erforscht systemische Abweichungen, durchlässige Teile des Eisernen Vorhangs und das Konzept alternativer oder paralleler Modernen anstelle der Vorstellung von Mangel und von Rückstand im ehemaligen Ostblock. Dabei geht es nicht darum, die negativen Auswirkungen des existierenden Sozialismus auf das Leben der Menschen herunterzuspielen, sondern vielmehr darum, diese historische Periode und ihr fortbestehendes Erbe besser zu analysieren.
Die Ausstellung und die begleitenden Veranstaltungen von From Polyekran to Internet werden innovative audiovisuelle Werke sowie die Produktionskontexte, in denen sie entstanden sind, präsentieren. Die Werke entstanden in unterschiedlichen Kontexten, von der staatlich geförderten Präsentation des kommunistischen technologischen Fortschritts, um mit dem Westen zu konkurrieren, bis hin zu halb-unterirdischen Nischen, in denen sich die Künstler_innen kritisch mit den neuen Technologien auseinandersetzten, aber auch Opposition zeigten und Alternativen formulierten. Der Rahmen der Ausstellung umfasst Mehrbildschirm-Projektionsverfahren Polyekran und den interaktiven Kinoautomat, die einflussreichen tschechoslowakischen audiovisuellen Beiträgen zu den Weltfesten 1958 und 1967, die Computerkunst der 1970er Jahre in der Slowakei und die in Ljubljana entstandene Verschmelzung von Videokunst, Theater, Industrial- und Postpunk-Musik und progressivem sozialem Aktivismus, insbesondere der ersten LGBTQI*-Bewegung in Osteuropa, bis hin zur bahnbrechenden Nutzung des Internets in der frühen Übergangszeit. Zusätzlich zu einer Ausstellung wird das Projekt Vorführungen, Diskussionen und Vorträge vor Ort in der nGbK und Wiki sowie online Videoergänzungen durch die Plattform Monoskop und das Medienlabor TV Free Europe umfassen.