neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Otherly points of architecture: dirt, hatchery, nepantlerxs, rhizome, transition…

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Format: Ausstellung mit Begleitprogramm (Vortragsreihe, performativen Interventionen, Spaziergängen, Workshops)

Budget: 59.990,00 €

Unter Architektur wird oft die gebaute Umwelt verstanden, die von gelernten Planer*innen entworfen wird. Im Fokus des Diskurses stehen räumlich-manifestierte Erzeugnisse, deren Entstehung als eine Reihe objektiver Entscheidungen und als einzige Wahrheit verkauft werden. Ganz als wäre die Wahrnehmung von Raum und Schönheit neutral und allgemeingültig. Dabei kann die Produktion und unser Verständnis von Stadt- und Lebensraum schon lange nicht mehr aus der singulären Perspektive von Planer*innen heraus gedacht werden. Räume und somit Architektur ist ein komplexes Gewebe aus verschiedenen, miteinander verflochtenen Lebens- und Wissensformen, Zeiten, Situationen und Stimmen, die die Komplexität unserer Welt widerspiegelt und dabei in materieller und immaterieller Form entstehen kann.
Mit der Ausstellung otherly points of architecture soll bisher ungehörten Stimmen und unsichtbaren Praktiken “des Anderen” zum Thema gemacht werden. Unter fünf Begriffen dirt, hatchery, nepantlerxs, rhizome, transition wird eine Ausstellung unter dem theoretischen Hintergrund intersektionaler, queer-feministischer und dekolonialer Raumpraxis gestaltet. Der Allegorie als kuratorisches Mittel folgend, werden theoretische und praktische Inhalte miteinander verwoben. Eine Ausstellung als räumlich-wachsendes Glossar, als ein niemals endendes Wörterbuch, als gestricktes Gewebe, als ein ineinander verwobenen Geflechts. Um eine Vielzahl von Perspektiven einzubeziehen, nehmen wir die Rolle der Einladenden an. Den Besucher*innen wird das geballte Wissen als mitzugestaltendes Archiv zugänglich gemacht. Zusätzlich möchten wir Theoretiker*innen und Praktiker*innen dazu einladen den Raum weiter zu gestalten. Mit einem selbstkritischen Bewusstsein, fragen wir uns, wie wir Machtgefälle räumlich gegenlesen können, um einen diskursiven Ort zu schaffen, der Menschen einbezieht, die sonst im Architekturdiskurs ausgespart werden.