neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Omni*Bus

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Format: Ausstellung, Recherche, Diskurs, Expeditionen

Budget: 79.684,20 €

Wir sehen das Lernen als zentralen Moment für unsere Reise in die Zukunft, die heute beginnt. Wir möchten aufbrechen, Altes hinter uns lassen, uns neugierig und experimentierfreudig der Welt von Morgen zuwenden und Lernweisen (wieder) entdecken oder entwickeln, die uns Mündigkeit in dieser morgigen Welt erlauben. Der Busbahnhof wird unsere Metapher für diesen Aufbruch, für ein Lernen in Bewegung. Für den Mut, den es braucht einzusteigen, sich in Bewegung zu setzen, und ins Unbekannte aufzubrechen. Anknüpfend an die Recherche der station urbaner kulturen zur „Schule als Gesellschaft im Kleinen” wollen wir uns am Mitdenken um einen realen Schulneubau in Hellersdorf beteiligen. Die Wiese am Cottbusser Platz, auf der die neue Schule in Hellersdorf entstehen soll, wird zum Klassenzimmer. Was können wir von dieser Wiese in Hellersdorf lernen? Partizipative Projekte vor Ort, die in Zusammenarbeit mit Künstler*innen,Vermittler*innen, Nachbar*innen und Schüler*innen entwickelt werden, setzen sich mit lokalen sozialen, politischen oder ökologischen Herausforderungen auseinander.
Für unsere Ausstellung in der Karl-Liebknecht-Straße greifen wir architektonisch das Bild des Busbahnhofes auf. Sich gegenüberliegende Sitzreihen, von der Decke hängende Screens, ein Kiosk bilden das Zentrum der Ausstellung. Die Ausstellung ist eine Einladung, Wartezeit zu verkürzen und aktiv zu werden. Auf was warten wir?

Gegenwart ist Krisenmodus, ist Zeit des Wandel(n)s, des Werdens, des Niedergangs und des Anfangens. Die Welt ist in Bewegung. Und mit ihr die Konzepte, die wir uns von der Welt gemacht haben. Gegenwart ist ein Busbahnhof: überwältigend, laut, dreckig und unerwartet, unbekannt. Aber auch: aufregend, voller Gerüche, Geräusche, Empfindungen, freudiger Erwartungen, Reize, Eindrücke, Genuss. Was sind die Gründe unserer Reise? Ist es ein freiwilliger oder ein unfreiwilliger Aufbruch? Wir steigen in einen Bus, lassen etwas hinter uns, fahren ins Ungewisse. Wir wissen nicht was dort sein wird - wer wir dort sein werden. In den 2020ern scheint nur Veränderung das Konstante, das Erwartbare zu sein.
Der Busbahnhof ist ein Ort der Verbindungen. Altes und Neues, Unbekanntes und Vertrautes, werden in Beziehung gesetzt und bringen Erfahrungen und Fähigkeiten hervor. Es ist Zeit für neue Konzepte für neue Begegnungen, Perspektiven und ein neues Miteinandersein. Alle, die in denselben Bus steigen, sind plötzlich als Reisegemeinschaft zusammen unterwegs, aus unterschiedlichen Gründen treten sie ihren Weg an und teilen dennoch den Impuls, die Bewegung.
Wir sehen das Lernen als zentralen Moment für unsere Reise in die Zukunft, die heute beginnt. Wir möchten aufbrechen, Altes hinter uns lassen, uns neugierig und experimentierfreudig der Welt von Morgen zuwenden und Lernweisen (wieder)entdecken oder entwickeln, die uns Mündigkeit in dieser morgigen Welt erlauben.

Der Busbahnhof wird unsere Metapher für diesen Aufbruch, für ein Lernen in Bewegung. Für den Mut, den es braucht einzusteigen, sich in Bewegung zu setzen, und ins Unbekannte aufzubrechen. Wir möchten einen Busbahnhof einrichten und mit künstlerischen Positionen kontextualisieren: unser Fabulieren über das neue Lernen soll in den Bussen des ÖPNV’s stattfinden, die uns an Bord nehmen und uns an unerwarteten, unbekannten Orten/ der Zukunft aussetzen. Das Lernen in Bewegung zu setzen, es herauszuholen aus dem abgeschlossenen Raum der Schule, hinein in die Welt zu tragen, eröffnet Möglichkeiten. Möglichkeiten, Unerwartetes zu provozieren, Lernen zu öffnen hin zur Beziehung, Fäden zu spinnen zwischen Organismen, Orten und Handlungsweisen.
“Das Lernen” an sich anders zu denken birgt Potential bestehende Verhältnisse, Ungerechtigkeiten, Ausschlüsse, die Vorstellung unserer “Selbst” und des „Anderen“ zu hinterfragen und zu wandeln. Dichotomien und binäres Denken, unsere Art und Weise der Begegnung, wie wir aufeinander und andere Spezies Bezug nehmen, wie wir Gemeinschaften formen, was uns zum Handeln und was uns zum Innehalten bringt, wird geformt durch Lernumgebungen und -traditionen.


"Ubu, der König", unperform, 2020