neue Gesellschaft
für bildende Kunst

SALT. CLAY. ROCK. The infinite search for sustainability

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Format: Symposium/Forschungsversammlung, von Künstlern geleitete Exkursionen, Ausstellung und öffentliches Programm

Budget: 79.980,80 €

Unser auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt verbindet die ländlichen Gebiete Deutschlands und Ungarns mit der Stadt Berlin: Alle Orte teilen unsere globale nukleare Vergangenheit und Zukunft. Unser Fokus liegt auf Atomkraft, Atommüllentsorgung und Energiepolitik - brennende Themen für die Standorte und Gemeinden, mit denen wir arbeiten werden, und für unsere gemeinsame Zukunft. Wir sind inspiriert von der langen Tradition der Anti-Atomkraft-Bewegung im niedersächsischen Wendland und dem berüchtigten „David und Goliath“-Kampf Mitte der 80er Jahre zwischen dem Dorf Ófalu und dem PAKS-Kraftwerk in Ungarn. Wir verbinden diese nukleare Vergangenheit mit der endlosen Halbwertszeit des Atommülls und untersuchen Fragen zu Energiebedarf, Zeitlichkeit (Deep Time), sozialem Protest und Verantwortung in Bezug auf Entscheidungsprozesse, die zu Handlungen führen, die Tausende von Jahren dauern. Wir untersuchen die Materialität von Atommüllverpackungen, daher ist auch unser Projekttitel SALT. CLAY. ROCK eine Anspielung auf die drei Materialien, die als die sichersten für die unterirdische geologische Lagerung von Atommüll angesehen werden, die alle - letztendlich - nur Zwischenlösungen sind.

Unsere Forschungsmethodik ist dezentralisiert, translokal und nomadisch: Wir planen, uns mit vier verschiedenen Orten in zwei Ländern zu beschäftigen und mit Künstler_innen/Kollektiven zusammenzuarbeiten, die mit ortsspezifischen, sozial engagierten Ansätzen arbeiten, um einen vielfältigen Austausch mit den Bewohner_innen vor Ort zu initiieren, der sich auf unsere verstrickte nukleare Vergangenheit und Zukunft konzentriert. Gemeinsam setzen wir uns mit den Wünschen, Ängsten und Visionen einer energetischen oder vergifteten Zukunft, mit Wachstumsrückgang und Nachhaltigkeit auseinander, während wir uns gleichzeitig mit ortsgebundenen Anliegen und Prioritäten befassen (z. B. mit der Frage des Lebensunterhalts auf dem Land oder dem Wunsch nach lokaler Entwicklung) und mit der Art und Weise, wie wir uns an vergangene Ereignisse, Proteste und politische Entscheidungen erinnern, die sich nach wie vor auf die unmittelbare Umgebung und die Politik im weiteren Sinne auswirken, und wie wir diese wieder aufgreifen. Die gemeinschaftliche Arbeit vor Ort wird zu sechs neuen Auftragsarbeiten von eingeladenen Künstler_innen/Kollektiven führen, die im Dialog mit lokalen Kontexten/Gemeinschaften während Forschungsaufenthalten entwickelt werden. Neben den neuen Auftragsarbeiten werden wir vier von Künstler_innen geleitete Exkursionen zu den Projektstandorten organisieren - speziell konzipiert von Künstler_innen/Kollektiven, die Erfahrung mit der Präsentation ihrer Forschung in dieser Form haben. Sie werden als öffentliche Veranstaltungen für alle Interessierten angeboten, die mehr über diese Orte und die lokalen Partner (wie das Gorleben Archiv) erfahren möchten. Wir werden die künstlerischen und kuratorischen Ergebnisse des ersten Jahres in Form einer offenen Forschungsversammlung in der nGbK vorstellen, einem zweitägigen öffentlichen Symposium mit den beteiligten Künstler_innen und geladenen Gästen. Dies wird auch als Forum dienen, um die Zukunft der Energienutzung in ihren sozialen und politischen Zusammenhängen zu betrachten. Das zweite Jahr ist der Produktion der neu in Auftrag gegebenen Werke und der Organisation ihrer öffentlichen Präsentation an den Projektstandorten gewidmet sowie der Kuratierung und Organisation der Gruppenausstellung und des öffentlichen Programms in der nGbK. Die Ausstellung wird der Höhepunkt unserer zweijährigen Forschung sein, mit den neuen Auftragsarbeiten und den bereits vorhandenen Werken der eingeladenen Künstler_innen sowie einer Präsentation unseres Forschungsmaterials. Wir werden das Projekt in einem Forschungsblog/Logbuch dokumentieren, das als Online-Plattform für die von uns angestrebten mehrstimmigen Verflechtungen und Begegnungen dienen wird.