neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Vortrag

Vortrag: Carina Book: Vorhang auf - Die Rechten kommen?

Über den Kulturbegriff der Neuen Rechten
Montag, 01. April 2019, 19.00 Uhr

Carina Book: Vorhang auf - Die Rechten kommen?

Adresse: nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Carina Book: Vorhang auf - Die Rechten kommen?

Vortrag und Gespräch

„Die alte Rechte ist tot. Sie hat es wohl verdient“, stellte einst der rechte Vordenker Alain de Benoist fest. Die Herausforderung der neuen Rechten sei es nun, kulturelle Hegemonie selber zu erkämpfen. Die Neue Rechte nennt ihre Strategie Metapolitik und zielt damit auf eine kontinuierliche Transformation der gesellschaftlichen Wertvorstellungen ab. Oberste Priorität hat die Erlangung der Meinungsführerschaft. Erst danach könnten extrem rechte Parteien wirklich erfolgreich sein und das rechte Klima in Parlamentssitze und Regierungsverantwortung überführen – das zentrale Kampffeld ist der Kulturbereich.

Die Identitären verstehen sich als eine metapolitische Gruppe. Den „vorpolitischen Raum“ wolle sie erobern, um die „kulturelle Hegemonie“ zu erringen. Ihr Kampf gegen das behauptete totalitäre „Multikulti-Regime“ konzentriert sich auf Aktionen auf der Straße und im Internet, wo sie einen „Infokrieg“ führen. Wie sieht dieser Infokrieg aus und was sind ihre Waffen darin? Als Beispiel können die sozialen Medien dienen - dort geht es um Inszenierung: Kleinstaktionen der Identitären werden in Hochglanz aufbereitet, mit Pathos geladener Musik untermalt und als Videos verbreitet. Die Botschaft: Die Identitären seien viele, sie seien mutig und entschlossen. Die jungen Rechten greifen auch die Ästhetik der Instagram-Community auf und machen sie für sich nutzbar. Zwischen Backrezepten und Portraitaufnahmen finden sich Bilder von neu-rechter Literatur oder Identitären in kämpferischen Posen. Wenngleich sich die Neue Rechte betont anschlussfähig gibt, stellt sie klar, dass künstlerische Interventionen, Videos, Bilder oder neue Begriffe, die Mittel seien um die „Machtquellen des Gegners auszutrocknen und lahmzulegen“.

In der bereits 2016 veröffentlichten „Kriegerklärung“ formulierten die Identitären: „Unser Ziel ist keine Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform." Es wird offenkundig, dass es sich bei diesen „Neuen Rechten“ nicht um eine Gruppierung handelt, die sich aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen fühlt und die jetzt wieder in die Gemeinschaft der Demokrat_innen integriert werden müsste. Ihr Ziel ist es nicht in einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess zu treten. Sie verabscheuen ihn und wollen ihn zerstören. Ob im Deutsche Theater in Berlin, auf der Frankfurter Buchmesse oder in den Hamburger Bücherhallen: Vielerorts gerät der so Kulturbetrieb unter Beschuss.

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