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für bildende Kunst

Wettbewerb

Wettbewerb: Kunst im Untergrund 2019 - Up in Arms

Dienstag, 10. September 2019 — Dienstag, 31. Dezember 2019

Kunst im Untergrund 2019 - Up in Arms

Adresse: nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:Do+Sa 15-19 Uhr
Sprache(n): 
  • Deutsch
  • Englisch

Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Kunst im Untergrund 2019 - Up in Arms

Im Jahr 2019 widmet sich der Wettbewerb Kunst im Untergrund einer kritischen Auseinander-setzung mit dem Rüstungsgeschäft. Durch künstlerische Annäherungen sollen historische Bedingungen, wirtschaftliche und politische Verflechtungen des Waffenhandels und dessen Ausmaß und Ambivalenzen ästhetisch und physisch erfahrbar werden.

Unter dem Titel Up in Arms sollen künstlerische Interventionen an Berliner Orten entstehen, die mit der Rüstungsindustrie verbunden sind. Künstler_innen sind dazu eingeladen, Arbeiten für die U- und S-Bahnhöfe in der Nähe dieser Orte und deren Umgebung zu konzipieren. Zugelassen sind sämtliche künstlerische Herangehensweisen, die sich auf den Hintergleisflächen der Bahnhöfe, in den Bahnhofsbereichen oder im Umfeld der Bahnhöfe realisieren lassen, sowie ortsübergreifende Konzepte und Performances. Aufgegriffen werden können wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte, Lobbyismus, soziale und politische Verantwortung und Verbindungen zwischen Rüstungsindustrie und Alltagsleben. Im historischen Rückblick ist die Beschäftigungmit Berlin als signifikantem Produktionsort von Rüstungsgütern während des Zweiten Weltkriegs und als ein ehemaliges Zentrum preußischer Militärmacht von Bedeutung.

Die Kunstwerke im öffentlichen Raum sollen mit ergänzenden Führungen Transparenz überdie Akteur_innen der Rüstungsindustrie, deren Tätigkeitsfelder sowie die Auswirkungen ihresHandel(n)s schaffen und eine breite Öffentlichkeit darüber informieren. Über die Stadt hinauseröffnet die Zusammenarbeit mit NGOs ein weiteres Wirkungspotenzial und Handlungs-spielräume für Protest.

Die Geschichte des Wettbewerbs
Seit Anfang der 1990er Jahre setzt die nGbK unter dem Projekttitel Kunst im Untergrund künstlerische Arbeiten in oder in unmittelbarer Nähe von U-Bahnhöfen in Berlin um. Derjährlich stattfindende, offene und internationale Kunstwettbewerb wird mit der Unterstützungder Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Kunst im Stadtraum ausgelobt und realisiert. Zu Beginn zeigten Künstler_innen auf den Hintergleisflächen verschiedener U-Bahnhöfe Berlins Kunst als Alternative zu Werbung. Seit den 2000er Jahren bezieht der Wettbewerb auch partizipatorische und interventionistische Konzepte mit ein.

Der Wettbewerb wurde im Jahr 1958 zum ersten Mal in der DDR ausgelobt und richtete sich an Grafiker_innen. Unter dem Motto „Plakate für den Frieden“ thematisierte der Wettbewerb globalpolitische Anspannungen, die Wiederbewaffnung und die Angst vor einem erneuten Krieg. Auch 1982 reagierte der Wettbewerb mit künstlerischen Mitteln auf den Rüstungswettlauf zwischen Ost und West und den NATO-Doppelbeschluss, weitere Raketen in Europa zustationieren. Kunsthochschulen und Fachschulen der DDR zeigten unter dem Titel „Friedender Welt“ Plakate im U-Bahnhof Alexanderplatz.

nGbK-Projektgruppe:
Ayse Güngor, Cassandra Mehlhorn, Gabriela Seith, Amalie Sølling-Jørgensen, Johanna Werner
Projektkoordination: Naomi Hennig

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Finanziert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Kunst im Stadtraum und unterstützt von der BVG und der LOTTO-Stiftung Berlin

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