neue Gesellschaft
für bildende Kunst

21Freitag, 21. Juni 2019, 19.30 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung
Symposium

Symposium: Lernort ARBEITEN - 50 Jahre neue Gesellschaft

Samstag, 20. Juli 2019

Lernort ARBEITEN - 50 Jahre neue Gesellschaft

Adresse: nGbK, Veranstaltungsraum, 1. OG, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:nach Ankündigung*
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Lernort ARBEITEN - 50 Jahre neue Gesellschaft

Vier ganztägige Symposien, sogenannte ›Lernorte‹, stellen die Auseinandersetzung mit Methoden, Ansätzen und Ethiken des Kunst- und Kulturschaffens sowie des Aktivismus im Kunstfeld in den Mittelpunkt. In einem hierarchiearmen partizipativen Rahmen treten Gäste und Teilnehmer_innen in einen vertiefenden Austausch. Ausgehend von spezifischen Projekten aus der Geschichte der nGbK werden kollektive, künstlerische und aktivistische Handlungsstrategien für die Zukunft diskutiert. Die Teilnehmer_innen sind eingeladen, ihre eigenen Projektideen methodisch zur Diskussion zu stellen. Mitglieder berichten von Erfahrungen und Expert_innen analysieren die Projekte der nGbK, um die Arbeit im Verein im Kontext von Kunst und Politik zu überprüfen.

›Arbeit‹ ist in der nGbK, sowohl auf der strukturellen Ebene – in der Kollektivstruktur des Vereins – als auch thematisch ein roter Faden in den Projekten der letzten 50 Jahre. Hier spiegelt sich das wechselseitige Verhältnis von Kunst und Arbeit: Kunst ist Arbeit, wird aber bisweilen ebenso als Gegensatzpaar verstanden. Die Zusammenarbeit in den Projektgruppen und damit einhergehende geteilte Autor_innenschaften beeinflussen die Inhalte und vor allem die politische Ausformulierung genauso wie die Frage, ob im Kunstbetrieb Solidarität mit Arbeitskämpfen möglich ist.

In diesem Lernort werden die Vielzahl der Arbeitsbegriffe und die unterschiedlichen Arbeitsmethoden und Entscheidungsfindungen gemeinsam reflektiert. Welche Formen selbstorganisierter Arbeit finden heute in den Arbeitsgruppen statt? Wie verhält sich künstlerische Arbeit zu sogenannter immaterieller Arbeit im Neoliberalismus? Welche Machtstrukturen werden durch das Prinzip der Arbeitsgruppen in der nGbK aufgebrochen, welche werden perpetuiert? Sind Arbeitskämpfe immer noch das zentrale Moment politischer Organisierung?

›Arbeit‹ wurde in zahlreichen nGbK-Projekten mit unterschiedlichen Ansätzen thematisiert: Während in den 70er Jahren das Verhältnis zur Arbeiter_innenklasse im Vordergrund stand, ging es bald um eine aus der eigenen Erfahrung heraus formulierte Kritik an diesem schematischen Bild – aus feministischer Perspektive, aber auch aus der von oft prekär arbeitenden Künstler_innen und Kulturarbeiter_innen. Fragen immaterieller und postfordistischer Arbeit wurden ebenso aufgegriffen wie das Thema Arbeitslosigkeit oder die Umverteilung von Hausarbeit und ›Care Work‹. Wie wird die feministische Kritik an einem orthodox-marxistischen Verständnis von Arbeit im Verein sichtbar? Ausgehend von diesen Fragen und im Rückgriff auf vergangene nGbK-Projekte, wie »Die Irregulären. Ökonomien des Abweichens« (2013), »Tätig Sein. Zur Ökonomisierung der Kultur und Kulturalisierung der Ökonomie« (2004), »Faktor Arbeit. Zur Geschichte und Zukunft von Arbeit«, »Unbeachtete Produktionsformen« (1982) sowie aktuelle und historische theoretische Debatten, soll die zukünftige Arbeit im Verein gemeinsam diskutiert und methodisch reflektiert werden.

Mit Beiträgen von Anna Bromley, Jula Dech, Peter Funken, Christian Hanussek, Ildikó Szántó, Marion von Osten


Die Ausstellung zum Projekt »50 Jahre neue Gesellschaft« ist vom 22. Juni bis 4. August 2019 in der nGbK zu sehen.

Weitere Lernorte sind SOLIDARISIEREN (23.6.) FORSCHEN (6.7.) BEGEHREN (3.8.)


nGbK-Projektgruppe: Christian Hanussek, Ulrike Jordan, Hannah Kruse, Vincent Schier, Olga von Schubert, Eylem Sengezer, Anna Voswinckel

Publikation

  
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Weitere Termine

21Freitag, 21. Juni 2019, 19.30 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung