neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Vortrag

Vortrag: Zwei Kurzvorträge und Diskussion

Freitag, 14. August 2020, 19.00 Uhr

Adresse: Online
Geöffnet:
Sprache(n): 
  • Deutsch
  • Flüsterübersetzung

Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Online-Veranstaltung (über Zoom*). Einlass ab 19:00
Übersetzungen auf Anfrage bis zum 5. August, bitte Sprache per Email angeben: softsoil_ngbk[a]protonmail.com

 

Begrüßung gefolgt von zwei Kurzvorträgen und Diskussion (de*)

Der zweite Block von SOFT SOIL eröffnet mit Kurzvorträgen von Vanessa E. Thompson und Orhan Erhense. Sie gehen auf aktuelle und anhaltende gesellschaftliche Notlagen ein: Eine Analyse von den Ursprungen von Racial Profiling und Fragen zum Zugang zur Stadt werden in ihrer historischen Dimension und hinsichtlich der postsozialistischen Verschiebungen nach 1990 kontextualisiert. Es ist zu beobachten, dass modernistische ›Ideale‹ der Stadt zunehmend nationalistische und neoliberale Formen annehmen.

 

»Polizieren von Schwarzem Leben und Bedingungen abolitionistischer Widerstände«
von Vanessa E. Thompson

Die gegenwärtigen transnationalen Kämpfe für Schwarzes Leben verweisen auf die historischen, gesellschaftlichen und subjektiven Dimensionen von Polizieren (Praxis der Kriminalisierung und Kontrolle) als Verunmöglichung des Atmens. Der Beitrag diskutiert aus einer Perspektive der Black Radical Tradition und Intersektionalität verschiedene Formen des ›Polizierens‹ von insbesonderem Schwarzem Leben und geht auf die Geschichte und Gegenwart transnationaler Kämpfe ein. Abschließend werden Fragen zum öffentlichen Raum und Möglichkeiten des Abolitionismus diskutiert.

 

»Function Follows Form: Wenn der Traum von Gleichheit ausgeträumt wird«
von Orhan Esen

Im kalten Krieg konkurrierten die politischen Systeme: Der real existierende Staatssozialismus und soziale Marktwirtschaft, konterkariert durch den sogenannten ›dritten Weg‹ – die Bewegung der blockfreien Staaten. Alle drei legitimierten sich durch das moderne Ideal der Gleichheit, das in Folge die architektonische Sprache in Großstädten wie Berlin, Skopje und Istanbul prägte – auch wenn die Methoden, die Annäherung daran und vor allem die Aussichten der Realisierbarkeit divergierten. Nach dem Fall der Mauer wurde das Ziel der Gleichheit realpolitisch beiseitegelegt und durch grenzenlose kapitalistische Akkumulation ersetzt.
Dieser Vortrag behandelt die ideologischen Ursprünge und Konsequenzen des Ausradierens des modernistischen Architekturerbes, vom Abriss des Berliner Palast der Republik oder des Istanbuler Kulturpalast bis hin zur Aufkündigung des Post-Erdbeben-Masterplans in Skopje. Ersetzt wurden diese durch ›Neo-Neobarock-e‹ Fassaden, die eine nostagische oder phatasmagorische Phantasie des Imperialismus in sich bergen.

 

*Zoom-Zugang:
https://zoom.us/j/97125663072?pwd=L0ZnOE9XQ3ljdUF2MXM2L0RhNzRuUT09
Meeting-ID: 971 2566 3072
Passwort: 628672

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