neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Filmprogramm

Filmprogramm: »Space Ideologies«, kuratiert von D'EST

Samstag, 15. August 2020, 19.30 Uhr

»Space Ideologies«, kuratiert von D

Adresse: Autoscooter, Haus der Statistik, Karl-Marx-Allee 1, 10178 Berlin
Geöffnet:
Sprache(n): 
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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»Space Ideologies«, kuratiert von D

Video- und Filmprogramm kuratiert von D'EST (Ulrike Gerhardt & Daria Iuriichuk)
(ohne Anmeldung)
Flüsterübersetzungen auf Anfrage bis zum 5. August, bitte Sprache per Email: softsoil_ngbk[a]protonmail.com

 

»Wem gehört die Stadt?« und »Wer darf leben und wer muss sterben?« (Achille Mbembe 2019): Diese existentiellen Fragen hallen in städtischen Infrastrukturen, Architekturen und nicht zuletzt in den Körpern der Menschen in postsozialistischen Städten nach. »Space Ideologies« untersucht die asymmetrischen Auswirkungen von Privatisierung und neoliberaler Ökonomisierung auf die Bewohner_innen in Almaty, Belgrad, Berlin, Moskau und Tallinn nach 1990. Zu den Betroffenen gehören u.a. entrechtete Liefer- und Taxiarbeiter_innen wie auch kulturaktivistische Hausbesetzer_innen. Von Investment-Ruinen und anonymen Tänzerinnen im Hafengebiet von Tallinn (Flo Kasearu) bis hin zu geisterhaften Stadtlandschaften, über die soziale Ausgrenzung und Abkoppelung von Trans*Frauen in Almaty (Ruthia Jenrbekova & Morris Getman), zu den fast tödlichen Arbeitsbedingungen und dem strukturellen Rassismus, den Migrant_innen erfahren, die unter wachsamer algorithmischer Verfolgung bei der russischen Kurier- und Taxi-Service-Plattform Yandex (Anna Engelhardt) arbeiten: Es wird deutlich, dass seit den 1990er Jahren prekäre Körper zur Schaffung neoliberaler Infrastrukturen ausgenutzt werden. Die abschließenden Videos mögen ›Blitze des Erwachens‹ symbolisieren, Brüche im Gewebe neoliberaler Raumideologien: ein eindrücklicher Dokumentarfilm über Kulturaktivist_innen, die ein Kino in Belgrad besetzten und eine temporäre Mikroökonomie schufen (Senka Domanović), und ein filmisch komprimiertes, 24-stündiges Performance-Projekt vor dem umstrittenen Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin, das das Vermächtnis dieses politischen Führers behandelt (A.S.S. Collective). Als Antwort auf das Programm werden die Künstler_innen Mizu Sugai und Jonathan Jung vom A.S.S. Collective, die an der Schnittstelle von sozialen, politischen und künstlerischen Praktiken arbeiten, ihre Arbeit diskutieren und ihre neuen Forschungsfelder vorstellen.

Im Anschluss Diskussion mit A.S.S. Collective (Mizu Sugai and Jonathan Jung) (de*)

 

Videoarbeiten/Filmausschnitte (in der Reihenfolge der Vorführung):

  • »Client’s Day« (2020), Flo Kasearu (Estnisch, englische Untertitel)
  • Ausschnitte aus »Nobody with a Movie Camera« (2011-16), Ruthia Jenrbekova & Morris Getman (Russisch, englische Untertitel)
  • »Movements of Algorithmic Labour« (2020), Anna Engelhardt (Russisch, englische Untertitel)
  • Ausschnitte aus »Occupied Cinema« (2018), Senka Domanović (Serbisch, englische Untertitel)
  • »Dawn of the Red – A Rupture in the Deep-Sleep of Capitalism« (2018), A.S.S. Collective (Mizu Sugai and Jonathan Jung) (Englisch, deutsche Untertitel)

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