neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Veranstaltungsreihe

Veranstaltungsreihe: SOFT SOIL III/III PRIVATE POLICE PARTNERSHIP

Freitag, 27. November 2020 — Sonntag, 29. November 2020

SOFT SOIL III/III PRIVATE POLICE PARTNERSHIP

Adresse: nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:nach Ankündigung*
Sprache(n): 
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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SOFT SOIL III/III PRIVATE POLICE PARTNERSHIP


Solidaritäten in der Stadt unter Druck


Anfang 2020 begann SOFT SOIL mit der Aussage: »Eine Stadt für alle gab es (noch) nie«. In den Veranstaltungen wurden andauernde Missstände genauer untersucht: Ein nicht deutsch klingender Nachname führt zu Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche; höhere Mieten verdrängen Geringverdienende; Alltagsrassismen und rassistische Polizeikontrollen exkludieren; selbstorganisierte Räume werden verdrängt oder bei Widerstand mit Polizeigewalt geräumt. Das ›Öffentliche‹ wird polizeilich aufrechterhalten (Vanessa E. Thompson) und die Räume, die für die ›Öffentlichkeit‹ geschaffen werden, werden immer exklusiver.
Public-Private-Partnerships sind im Neoliberalismus gängige Praxis und bestehen darin, dass staatlich geförderte Institutionen im Rahmen langfristiger Verträge mit der Privatwirtschaft zusammenarbeiten: Das sogenannte ›Gemeinwohl‹ muss Profit erzeugen. Umgekehrt gewinnt die Privatwirtschaft Mitsprache in städtischen Entscheidungsprozessen.
Im dritten Veranstaltungsblock werden folgende Fragen behandelt: Was für ein Verständnis demokratischer Prozesse ist aktuell vorherrschend? Wie prägen das philanthropische Begehren und die neokolonialen/neoimperialistischen Fantasien einer reichen Minderheit den Stadtraum? Wie kann man eine gentrifizierungsresistente und dekoloniale Stadt denken? Welche Netzwerke schaffen geflüchtete Frauen* untereinander? Wann hat Privateigentum Vorrang vor solidarischem Miteinander, Kiezbedarf und Nachbarschaft?

Freitag, 27 November 2020
19:00–21:00
Wir – Gespräche zum demokratischen Alltag in Berlin (de*)
Lesung mit Eva Löbau & Asad Schwarz-Msesilamba basierend auf Interviews von Sonya Schönberger

Samstag, 28 November 2020
12:00–15:00
Zur Dekolonialisierung des Städtischen (de/en)
u.a. mit Initiative No Humboldt 21 & Coalition of Cultural Workers against the Humboldt Forum
15:30–17:30
Corona Lager Reports (en*)
Hörsession, Diskussion mit Break Isolation Group, International Women* Space

Sonntag, 29 November 2020
13:00–15:00
Haus verkauft! Oranienstraße 25 und damit verbundene Kämpfe (de*)
u.a. mit AK Standort/O-straße der nGbK

Genauere Informationen zu Formaten und Onlineangeboten in Kürze


SOFT SOIL ist ein diskursives Format mit einer mobilen Plattform, das in drei Veranstaltungsblöcken zwischen den Ausstellungen der nGbK wiederkehrt. Es beschreibt die Ambivalenz des sandigen Grundes, auf dem Berlin gebaut ist: die Zermürbung urbaner Strukturen durch Privatisierung und Spekulation einerseits und die Veränderbarkeit des städtischen Raumes durch Alltagspraktiken und Widerstand andererseits. Das Format thematisiert koloniale Kontinuitäten und Fragen zur neoliberalen Transformation in der Stadt nach 1990. Außerdem wird ein kritischer Blick auf die Beziehung zwischen Raum und Geschlechterverhältnissen geworfen. Initiativen, Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Interessierte sind in Gesprächen, Screenings und Workshops zum Austausch eingeladen.

nGbK-Projektgruppe: Jennifer Bennett, Sonja Hornung, Vicky Kiefer, siddhartha lokanandi, Sonya Schönberger

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