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für bildende Kunst

Ausstellung

Ausstellung: Hosen haben Röcke an. Künstlerinnengruppe Erfurt (1984-1994)

Samstag, 27. November 2021 — Sonntag, 23. Januar 2022

Hosen haben Röcke an. Künstlerinnengruppe Erfurt (1984-1994)

Adresse: nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:Täglich 12-18 Uhr, Fr 12-20 Uhr
Sprache(n): 
  • Deutsch
  • Englisch

Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Hosen haben Röcke an. Künstlerinnengruppe Erfurt (1984-1994)


+ Rahmenprogramm, Publikation

Erstmals und umfassend präsentiert die Ausstellung mit dem Titel »Hosen haben Röcke an« originale Materialien und Kostüme der Künstlerinnengruppe Erfurt aus den Archiven der Akteurinnen.
1984 von Gabriele Stötzer gegründet, lebte die Künstlerinnengruppe zehn Jahre lang einen radikalen künstlerischen Gegenentwurf zum DDR-Alltag aus. Nach Außen traten sie entschlossen als subversives Frauenkollektiv auf, die sich mit den Mitteln der Kunst Freiräume erschufen, die es sonst innerhalb der ostdeutschen Verhältnisse kaum gab. Ihre Super-8-Filme, Fotografien, Performances, Mode-Objekt-Shows, Manifeste und Soundexperimente zelebrieren weibliche Selbstermächtigung, Gendergerechtigkeit, künstlerische Freiheit als universelles Menschenrecht und radikale Gesellschaftskritik. Auch heute ist die solidarische, kreative und politisch angstfreie künstlerische Umsetzung ihrer Ideen, Ängste und Wünsche hochaktuell.
Bezeichnend für die Künstlerinnen war ihre Weigerung, die DDR zu verlassen – obwohl damals viele Akteur_innen aus dem Kulturbereich aufgrund der politischen Repression ihrer künstlerischen und persönlichen Freiheit in die Bundesrepublik ausreisten. Doch die ›Genius Loci Erfurt‹, speziell auch ihre mittelalterliche Geschichte, bot den Künstlerinnen kreative und spirituelle Impulse. In diesem Rahmen ermöglichte die gegenkulturelle Infrastruktur der evangelischen Kirche Thüringens neben Punks oder Friedensaktivist_innen auch der Künstlerinnengruppe weitere Entfaltungsräume. In diesem Umfeld kam den Frauen eine herausragende Pionier_innenrolle in Bezug auf das Bewusstsein für weibliche Identität, Körperlichkeit und für genderbasierte Systemkritik zu. Diese Themen spiegeln sich besonders in fünf experimentellen Super-8-Filmen wider, die zugleich die Grundstruktur der Ausstellung bilden. In den ab 1986 entstandenen Filmen und späteren Live-Performances mit literarischen und musikalischen Elementen stehen selbstgeschaffene und provokante Kostüme als Alter Egos der Künstlerinnen im Zentrum. Zahlreiche Modelle werden in der Ausstellung präsentiert, erstmals zusammen mit Objekten, Fotos, Drucksachen und Tonaufnahmen aus den bislang unerschlossenen persönlichen Beständen der Künstlerinnen.

Die Künstlerinnengruppe Erfurt blieb bis 1994 mit personellen Wechseln aktiv. Am 4. Dezember 1989, in einem historischen Akt des Aufbegehrens, initiierten fünf Frauen, drei davon Protagonistinnen der Künstlerinnengruppe, die erste Stasibesetzung der DDR. Derlei kunstüberschreitende Strategien und die erfolgreiche Gründung des bis heute funktionierenden selbstverwalteten Kunsthauses Erfurt markieren die Einzigartigkeit dieser Künstlerinnengruppe.
 
Künstlerinnen: Monika Andres, Tely Büchner, Elke Carl ✝, Monique Förster, Gabriele Göbel, Ina Heyner, Verena Kyselka, Claudia Morca Bogenhardt, Bettina Neumann, Ingrid Plöttner ✝, Marlies Schmidt, Gabriele Stötzer, Harriet Wollert und weitere Frauen.

nGbK-Projektgruppe: Susanne Altmann, Kata Krasznahorkai, Christin Müller, Franziska Schmidt, Sonia Voss
Graphic Design:
Klimaite, Klimaite
Ausstellungsarchitektur:
Bernhard Tatter

Publikation

  
ISBN:

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