neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Video online

Video online: FERAL TV: Collective video actions

Freitag, 05. März 2021, 18:00 Uhr – 21:00 Uhr

FERAL TV: Collective video actions

Adresse: Online
Geöffnet:
Sprache(n): 
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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FERAL TV: Collective video actions


18:00 Screening
19:00 - 21:00 Diskussion (en/fr)

Online via zoom: https://zoom.us/j/96370756191

Ohne Anmeldung

 

FERAL TV ist eine Videoreihe, die für »Interflugs 30: feral methods« neu erstellt wurde: Die Filme präsentieren die aktuelle politische und pädagogische Arbeit von von fünf verschiedenen Kollektiven.  

Zum Screening und dem anschließenden Gespräch werden Mitglieder aller fünf Gruppen anwesend sein: Mon Autre École / Madrassati Nafidati (Algiers), #FreeSFZE (Budapest), Anonymous art students (Copenhagen), Polizeiklasse Dresden und die Rojava Film Commune.

Im Studierendenstreik, der 1988/89 alle Berliner Universitäten erfasst hatte, filmten Studierende mit Videokameras, was ihnen berichtenswert erschien, und sendeten das Material auf Fernsehgeräten, die an allen Berliner Universitäten aufgestellt waren. Später ging die Videozeitung eine Kollaboration mit dem Offenen Kanal Berlin ein und sendete dort im Monatsrhythmus. Die Videozeitung ist eines der Projekte, aus denen Interflugs hervorgegangen ist, und sie hat Zugang und Wissensaustausch über das Medium Video etabliert, lange bevor die Institution daran dachte.

Im Rahmen von »Interflugs 30: feral methods« wurden fünf Kollektive eingeladen, ihre eigene Version einer Videozeitung zu produzieren und an die Tradition der DIY-Medien als Mittel der Selbstermächtigung anzuknüpfen. Allen Gruppen ist gemein, dass sie mit künstlerischen Mitteln und innerhalb der künstlerischen Lehre gegen autoritäre und rechte Kräfte arbeiten und dabei die Form der eigenen Organisierung das widerspiegelt, wofür sie kämpfen.

Die Mitglieder von feral methods werden gemeinsam mit den fünf Gruppen über Organisationsformen und Herausforderungen an den jeweiligen Arbeitsorten sprechen und diskutieren: Wie teilen wir uns heute mit, und welche Rolle können Video und andere performative Taktiken dabei spielen?

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Die Rojava Film Commune ist ein 2015 gegründetes Kollektiv von Filmemacher_innen in der autonomen Region Rojava. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, die täglichen Kämpfe im syrischen Krieg und die kollektiven Anstrengungen abzubilden, in Rojava eine demokratische, gleiche und ökologische Gesellschaft aufzubauen. Die Kommune organisiert außerdem die Rojava Film Academy, die jährlich Kurse in kurdischer Sprache, Filmgeschichte, Filmtheorie und -Produktion anbietet. Die Akademie ist horizontal aufgebaut und wird von den Studierenden co-organisiert.

In Budapest kämpft die Gruppe #FreeSFZE für die Unabhängigkeit der künstlerischen Lehre von der kulturnationalistischen Politik der Regierung Orbán. Die Universität für Theater und Filmkunst (SZFE) Budapest ist von Studierenden besetzt, seitdem im Spätsommer 2020 die demokratisch gewählten Gremien der Hochschule durch eine staatlich eingesetzte Kommission entmachtet wurden.

Mon Autre Ecole / Madrassati Nafidati ist eine seit 2013 von Künstler_innen und Pädagog_innen kollektiv geleitete Schule in Algier, Algerien. Die Schule basiert auf einem solidarischen Finanzierungsmodell und erlaubt es Schüler_innen, die aus dem rigiden algerischen Schulsystem ausscheiden, ihre Ausbildung zu beenden. Die Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch ein Zentrum künstlerischer und politischer Auseinandersetzung.

Die Polizeiklasse Dresden ist ein Künstler_innenkollektiv, gegründet 2019 aus der Hochschule für bildende Künste Dresden anlässlich der Verschärfung des Sächsischen Polizeigesetzes. Die Mitglieder setzen sich in ihren Arbeiten mit autoritärer Staatsgewalt, Faschismus und der Neuen Rechten meist im öffentlichen Raum auseinander und setzen hierfür Elemente des zivilen Ungehorsams, der Installation, des Theaters und Performance ein.

Die Gruppe Anonymous art students Copenhagen gründeten sich in Reaktion auf die jüngsten Vorgänge an der Königlichen Akademie für Bildende Kunst in Kopenhagen. Eine anonyme Künstler_innengruppe veröffentlichte dort im November 2020 die Videodokumentation einer Performance, die die Verflechtung des Handels mit versklavten Menschen mit der Entstehungsgeschichte der Kunsthochschule thematisiert. Die Leiterin der Theoriefakultät, Dr. Katrine Dirckinck-Holmfeld, erklärte sich verantwortlich für das Video und verlor umgehend ihre Anstellung. Es wird strafrechtlich ermittelt und ein rechter Backlash überrollt die Hochschule.

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