nGbK-Lecture: Faschismus ausstellen
NS-Kunst und neurechte Ästhetiken als Gegenstand kuratorischer Praxis 1974, 1983, 1987 und heute
Vortrag von Friederike Sigler, moderiert von Ingo Arend
Ist das schon Faschismus oder noch extremer Konservatismus? Wie äußert sich die Politik der Neuen Rechten oder gar ein neuer Faschismus in der Kunst? Mit dem globalen Siegeszug der neuen Rechten und ihrer akuten Bedrohung für Demokratie und Zivilgesellschaft stellt sich einmal mehr die Frage nach den Charakteristika der damit einhergehenden Ästhetik und dem kritischen Umgang mit ihr. In ihrem Vortrag untersucht Friederike Sigler beispielhaft Ausstellungen in (west-)deutschen Kunstinstitutionen wie der NGBK, die die kulturelle Praxis des Faschismus aufzuarbeiten versucht haben. Auf dieser Grundlage zieht sie Schlussfolgerungen für die heutige Ausstellungspraxis zum Thema Faschismus, NS-Ästhetik und den ästhetischen Strategien der Neuen Rechten sowie für das Selbstverständnis einer antifaschistischen Kunstgeschichte.
Friederike Sigler ist Kunsthistorikerin und Professorin für Gegenwartskunst an der Universität Wien. Sie forscht zur Faschismusrezeption in der zeitgenössischen Kunst; gemeinsam mit Kathrin Rottmann, Clara Hegemann, Jelka Schäfer und Wim Zimmermann publiziert sie bei leftartistshistories.org zum Verhältnis von Kunst und Neue Rechte. Sigler ist Preisträgerin des Jutta-Held-Preises 2022.
Ingo Arend ist Kritiker in Berlin. Von 2015 bis 2023 war er im Präsidium der nGbK. Seine Themenschwerpunkte sind Kunst und Politik, Global Art, Kunst und Kultur der Türkei. 2024 war er Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.