nGbK mit neuem Präsidium

10.3.26 Typ: Pressemitteilung

Die Mitglieder der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) haben auf ihrer 169. Hauptversammlung ein neues Präsidium gewählt. Der Kurator Stéphane Bauer und die Kuratorin und Kunstvermittlerin Can Mileva Rastovic bilden nun gemeinsam mit der Kuratorin Anujah Fernando, die dem Gremium bereits seit dem vergangenen Jahr angehört, den eingetragenen Vorstand des Vereins. Sie folgen auf Jörg Heiser und Ingrid Wagner, die sich nicht erneut zur Wahl stellten. 

Daneben wurde Hannah Marquardt neu in den Koordinationsausschuss (KOA), den erweiterten Vorstand der nGbK, gewählt, dem neben den alle zwei Jahre neu gewählten Präsidiumsmitgliedern sowie Vertreter_innen der Arbeitsgruppen auch Birgit Effinger, Jeanna Kolesova, Janine Sack und Florian Wüst als direkt gewählte Mitglieder angehören. Er ist neben den halbjährlich stattfindenden Hauptversammlungen das wichtigste Organ des basisdemokratisch organisierten Vereins.

Stéphane Bauer zu seiner Wahl: „Ich freue mich auf die Arbeit im Präsidium der nGbK. Damit knüpfe ich an ein langjähriges Engagement in der nGbK an und werde mich dafür einsetzen, dass die nGbK nach wie vor ein wichtiger Player im „Betriebssystem Kunst“ von Berlin bleibt. Durch ihr basisdemokratisches Modell und die große Vielfalt der Stimmen und Akteur_innen ist die nGbK der Seismograf für neue Tendenzen und Diskurse in der Stadt. Engagiert und zeitgenössisch!“

Anujah Fernando erklärt: „In einer Gegenwart gesellschaftlich polarisierter Debatten verfügt die Kunst über erprobte Praxen, um Konflikte, Bruchlinien und Ambivalenzen sichtbar, ausdrückbar und verhandelbar zu machen. Nicht zuletzt die lange Geschichte der nGbK zeigt, welche Bedeutung solche künstlerischen und diskursiven Räume haben. Als Präsidiumsmitglied freue ich mich darauf, gemeinsam mit meinen Kolleg_innen die basisdemokratische Verfasstheit unseres Vereins weiter zu stärken und damit zu einer offenen und produktiven Debattenkultur beizutragen.“

Can Mileva Rastovic blickt voraus: „Gerade auch in diesen Zeiten spiegelt die nGbK den Puls und die Strukturen der Stadt und ihrer globalen Verflechtung wider – mit ihren gesellschaftlichen Transformationsprozessen, politischen Brüchen und sozialen Aushandlungen, vielfältigen Lebensentwürfen und Arbeitsweisen von Einzelpersonen, künstlerischen Kollektiven und gesellschaftlichen Gruppen. Der Kunstverein antwortet darauf mit einer vielstimmigen und kritischen Auseinandersetzung um die gesellschaftspolitische Rolle von Kunst und Diskurs. Basisdemokratisch befragt sich der Verein auch kontinuierlich selbst, eine lernende Institution die in einer langen Tradition von Allianzen und Solidaritäten mit internationalen und gleichgesinnten Institutionen und Akteur_innen steht. Ich freue mich sehr darauf, an diesem Ort mein langjähriges Engagement für die nGbK im Präsidium fortzusetzen.“

Stéphane Bauer ist in Neuilly-sur-Seine/Frankreich geboren. Aufgewachsen ist er in Nizza/Frankreich, Bloomington/USA und in Bonn/Deutschland. Er hat Soziologie, Politologie, Volkswirtschaftslehre und Psychologie an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn und an der Freien Universität Berlin studiert. Seit 2002 ist Stéphane Bauer Leiter des Kunstraumes Kreuzberg/Bethanien. Seit 1997 kuratiert er Ausstellungen. Von 2002 bis 2008 leitete er einmal jährlich das zweiwöchige internationale Kulturmittlerseminar des Goethe-Instituts in Berlin. Seit 2006 ist Stéphane Bauer Dozent und unterrichtet Ausstellungsorganisation. Von 2008 bis 2019 hatte er einen Lehrauftrag am Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin.

Von 2008 bis 2018 war er Mitglied des Rates für die Künste Berlin und dort Mitglied der Arbeitsgruppe Bildende Kunst. Seit 2013 ist er Mitglied des „Jour Fixe Bildende Kunst“ der Senatsverwaltung für Kultur. Seit 2016 ist Stéphane Bauer zugleich Leiter des Fachbereiches Kultur und Geschichte des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

Anujah Fernando arbeitet als Kuratorin von Kulturprojekten im Themenfeld Gegenerzählungen zu Migration und Kolonialismus. In recherchebasierten Ausstellungen, Texten, Veranstaltungsformaten sowie dokumentarischen Filmprojekten beschäftigt sie sich mit erinnerungspolitischen Fragestellungen aus transnationaler und feministischer Perspektive. Sie ist die Regisseurin des Kurzfilms இனி வந்தென்ன வராமல் என்ன [Obgleich ich nun komme oder gehe] - Briefe aus der Kantstraße 104a (2023), der Migrationswege von Tamil_innen ins West-Berlin der 1980er rekonstruiert. Zu ihren jüngeren Ausstellungen zählen Trotz Allem: Migration in die Kolonialmetropole Berlin (2022/23, Ko-Kuration, Museum FHXB), Ist die Wende zu Ende? (2024, Ko-Kuration, wandernd durch Sachsen, Thüringen und Brandenburg) sowie Every Artist Must Take Sides – Resonanzen von Eslanda und Paul Robeson (2025/26, ko-künstlerische Leitung, Akademie der Künste). Zuvor war sie am Haus der Kulturen der Welt an Projekten beteiligt, die sich kritisch mit Rassismus und Technologien auseinandersetzen (2018–2022).

Anujah Fernando ist Teil des Künstler_innenkollektivs parallelgesellschaft. Desweiteren forscht und publiziert sie zu Themen von Antidiskriminierung und institutionellem Wandel im Kulturbereich.

Can Mileva Rastovic arbeitet als Kurator_in und Kunstvermittler_in und erforscht, gemeinsam mit Künstler_innen, Wissenschaftler_innenaktivistischen Kollektiven, kulturellen und politischen Akteur_innen, ästhetische Praktiken und Kulturtechniken, die Antidiskriminierung, Teilhabe und gesellschaftliche Transformation durch künstlerische Auseinandersetzung und Produktion ermöglichen.

Sie hat Architektur und Kulturmanagement studiert, lebt in Berlin und arbeitet mit einem Fokus auf ortsspezifische Auseinandersetzung sowie erfahrungsbasiertem Wissen an der Schnittstelle von Kunst und Gemeinschaft. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Gestaltung institutioneller Strukturen im Sinne einer lernenden Institution. In der Zusammenarbeit mit Kunst-, Kultur- und Bildungsinstitutionen beschäftigt sie sich intensiv mit institutionellen und kuratorischen Prozessen, u.A. für Bundeskunsthalle, Bundeszentrale für politische Bildung, Depo Istanbul, Deutsches Institut für Film und Fernsehen, Diversity Kartell, Fachbereich Kultur des Bezirksamts Neukölln, Fonds Soziokultur, Impulse Theater Festival,  I-PÄD Berlin , h∀tschisi ∀rt, Kyiv Biennale, Neue deutsche Medienmacher*innen, Neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK), Stadtteilmütter Neukölln, Young Arts Diversity und weißensee kunsthochschule berlin.

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v.l.n.r.: Anujah Fernando (Foto: Johannes Windolph), Can Mileva Rastovic, Stéphane Bauer (Foto: Soany Guigand) (jpg, 429,11 KB)