A08 de UNiCO.REn - come and speak you have the language

Format: Ausstellung und Publikation

Bevorzugter Zeitraum: Mitte März bis Ende Mai 2025

Jedes Mitglied unseres Kollektivs hat persönliche Erfahrungen mit der Unterdrückung durch koloniale Strukturen gemacht, sei es in der Vergangenheit oder in ihrer heutigen Ausprägung. Es gibt gerade viel Forschung und politische Bewegungen in den sogenannten „postsowjetischen“ Gebieten, in denen derzeit ein unglaublich hoher Reflexionsbedarf besteht. Die dekolonialen Prozesse in Zentralasien bei den indigenen Völkern in Russland, im Kaukasus, in der Ukraine und in anderen Gebieten haben sich durch den russischen Angriffskrieg beschleunigt. Viele der Forscher_innen, Aktivist_innen und Künstler_innen sind in den letzten zwei Jahren nach Berlin gezogen. Hier gibt es schon seit langem eine große Community von dekolonialen Wissenschaftler_innen und Menschen aus aller Welt, deren gemeinsame dekoloniale Erfahrungen und Archive mehr als 100 Jahre zurückreichen – Forschende und Künstler_innen aus Afrika, Lateinamerika und der Karibik. Wir wollen Räume des Austauschs, der Unterstützung und der Solidarität mit ihnen schaffen. Wir setzen uns für kollaboratives Lernen ein.
Wir sind bestrebt, Räume zu schaffen, um:
– dekoloniale Stimmen sicht- und hörbar zu machen;
– alternative koloniale Archive zu entwickeln;
– Solidarität mit und Unterstützung von anderen dekolonialen Praktiken zu üben.

Seit letztem Frühjahr arbeiten wir als Kollektiv. In dieser Zeit haben wir mehrere Ausstellungen organisiert, das Open-Air-Museum of Decoloniality (Freiluftmuseum der Dekolonialität) eröffnet und eine Online-Schule für kollaboratives Lernen namens „Nearby Reading Room“ gestartet.

Unser Ziel ist es, einen Raum für jene Stimmen zu schaffen, die durch koloniale Systeme unterdrückt und zum Schweigen gebracht wurden. Wir sind besonders an hybriden, komplexen, verborgenen kolonialen Systemen interessiert, die formal vielleicht sogar antiimperiale Interessen vertreten. Wie zum Beispiel Russland und die UdSSR. Für viele ist dies ein offensichtliches Beispiel für eine imperialistische Struktur, sowohl historisch als auch aktuell. Doch im akademischen Sprachgebrauch sind zum Beispiel die Definitionen von „Imperium“ und „Kolonialismus“ so angelegt, dass es Russland an vielen Stellen gelingt, sich aus dieser Diskussion herauszuziehen.

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