A13 Guided by Voices (AT)
Format: Ausstellung mit Publikation und Workshops
Bevorzugter Zeitraum: Mitte September bis Ende November 2025
Dieses Projekt möchte die soziale und räumliche Dynamik des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin erkunden und thematisieren, insbesondere seinen Einfluss auf die Verbindungen zwischen Gemeinschaften und urbane Trennlinien. Inspiriert von Bottom-Up-Praktiken wie den Marschrutkas in Osteuropa, den Matatus in Kenia oder den Jeepneys in den Philippinen – oder anderen bunten, lauten Sammeltaxis, die auf festen Routen ohne feste Haltestellen in den Städten auf der ganzen Welt herumfahren – versucht das Projekt, Verbindungen zu und zwischen verschiedenen Berliner Communities herzustellen. Es beleuchtet die in der Verkehrsinfrastruktur verwurzelte symbolische und historische Bedeutung und stellt die „zentrumszentrierte“ Struktur der U- und S-Bahn der Teilung gegenüber, die durch die Tramlinien repräsentiert wird, die vor allem im ehemaligen Ostberlin verlaufen.
Das Projekt besteht aus zwei Kernaspekten: einer Gruppenausstellung in der nGbK und kuratierten Fahrten mit elektrischen Minibussen durch Berlin. Beides soll sowohl Klang- als auch visuelle Elemente beinhalten und durch gemeinschaftliches Engagement und Workshops entwickelt werden.
Die Ausstellung wird sich räumlich und ästhetisch in einen Busbahnhof und ein Reisebüro verwandeln und die Werke verschiedener Künstler_innen zeigen, die sich in ihrer Praxis mit Themen wie Migration, Stadtpolitik und dem Recht auf Stadt befassen, sowie die visuellen und akustischen Elemente präsentieren, die für die Busfahrten durch Berlin kuratiert und währenddessen gesammelt wurden. Die kuratierten Fahrten, die ebenfalls Elemente der Werke eingeladener Künstler_innen enthalten, bilden einen intimen Rahmen, in dem wir kollektives Zuhören (be-)fördern, Schranken niederreißen und diverse Stimmen, kulturelle Einflüsse und Migrationsgeschichten in Berlin hör- und sichtbar machen wollen.
Die Methodik umfasst drei Ansätze: einen konzeptionellen, der sich mit sprachlichen und visuellen Hinweise befasst, um historische Routen nachzuzeichnen; einen geografischen, mit dem Ziel, die Dialektik von Zentrum und Peripherie in Berlin zu dekonstruieren; und einen gemeinschaftlichen, der das Publikum durch eine Reihe von Begegnungen bei der Gestaltung der Routen mit einbezieht, um die Handlungsmacht und Entscheidungsfindung in Städten zu hinterfragen. Schließlich zielt das Projekt darauf ab, Berlins getrennte Räume durchlässig zu machen und Möglichkeiten für einen Dialog und ein Verständnis zwischen verschiedenen Communities zu schaffen.