A16 MAKABERTANZ
Format: Ausstellung (mit Veranstaltungen und 20-seitiger Broschüre)
Bevorzugter Zeitraum: Mitte März bis Ende Mai 2025
Unser Ausstellungsprojekt Makabertanz knüpft sowohl direkt an den Standort der nGbK in der Karl-Liebknecht-Straße als auch an die demokratische Struktur des Vereins an.
Im Eingangsbereich der Marienkirche (sie ist aus dem Fenster der nGbK zu sehen), befindet sich der Berliner Totentanz, ein 22 Meter langes Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert. Das Genre entstand in der Renaissance in Zeiten von Krisen, in denen der Tod wahllos wütete. Ein Totentanz zeigt in der Regel einen Reigen von Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten; nach Ständen geordnet, an der Spitze Vertreter der Oberschicht, Frauen, Kinder, Versehrte und Narren am Ende der Reihe. Skelette oder ähnliche Todesdarstellungen strukturieren die Prozession mit Trommel und Horn. Freund Hein als begeisterter „großer Gleichmacher“, ein Basisdemokrat.
Das Thematik vom Makabertanz ist also der Tod, das Leben und die Demokratie. Parallelen zum Reigen heutiger Krisen drängen sich auf: der Erfolg der AfD, das Erodieren der amerikanischen Demokratie, Wilders in den Niederlanden, die Finanzkrisen, Corona, Migrationsströme, Ukraine, Nahost, die Klimakrise.
Unsere konkrete Ausstellungsidee für die nGbK ist es, einen neuen Totentanz auf oder vor den Wänden des Ausstellungsraums zu generieren. Dazu wollen wir 15 Künstler*innen einladen, eine der „Figuren“ der Parade zu gestalten. Dort hat sowohl das Mineralische (z.B. die Architektur), das Pflanzliche (z.B. die Umgebung, die Ökologie) als auch das Tierische - einschließlich des Menschen - Platz. Es bleibt der Phantasie und dem Engagement der teilnehmenden Künstler*innen überlassen, was und wie, auch im Hinblick auf das Medium. Monochrome Kopien /Siebdrucke von Skeletten aus historischen Totentänzen teilen den Ausstellungsraum ein und geben den Rhythmus des Festzugs vor.