A22 Getting Off High Horses
Format: Ausstellung und Symposium
Bevorzugter Zeitraum: Mitte März bis Ende Mai 2025
„Getting Off High Horses“ ist eine Installation mit Fotografien des bulgarischen Künstlers Luchezar Boyadjiev, in denen durch künstlerische digitale Bildbearbeitung die menschlichen Figuren von öffentlichen Reiterstatuen in verschiedenen Ländern Europas und der Welt entfernt wurden. Bei den kunstvoll getilgten Personen handelt es sich überwiegend um männliche politische Führer, die an der kolonialen Eroberung der Welt beteiligt waren, sowie um historische Persönlichkeiten, militärische Führer und Mitglieder kaiserlicher Familien, die alle heldenhaft auf dem hohen Ross sitzend dargestellt wurden.
Dieses (seit 2004) fortlaufende Archiv ist eine gegen Denkmäler gerichtete Geste, die zeigt, wie die Kunst den öffentlichen Raum heute auf sensible Weise auflösen und umgestalten kann. Indem er die Tiere von ihren Reiter_innen befreit, stellt Bojadjiev mit seiner Geste herrschende Narrative und Machtstrukturen in Frage. Die Ausstellung und das Symposium eröffnen eine Debatte über die Notwendigkeit von Gegendenkmälern, über Männlichkeit und Maskulinität, über die multidirektionale Erinnerungspolitik und über den Eurozentrismus. Der Titel ist eine Anspielung auf die Redewendung „vom hohen Ross heruntersteigen“, sich nicht für besser oder klüger als die anderen zu halten, und verweist auf die Notwendigkeit, die Hegemonie des eurozentrischen Denkens zu verlernen.