Chromatic Wednesdays: Divination

Mi, 11.3.26, 19:00 Uhr Typ: Lesung, Filmscreening, Diskussion Sprachen: Englisch Ort: nGbK Adresse: Karl-Liebknecht-Straße 11, 10178 Berlin, 1. Stock Eintritt: frei
Bild: Chromatic Wednesdays

Staffel 4, Folge 3
Contemplation and Agency
Eine Kooperation zwischen Chromatic Wednesdays, der nGbK und Florian Wüst

19 Uhr: Einlass
19:20 Uhr: Reading Birds von Johanna Thompson 
19:45 Uhr Screening von Arancia Bruciata von Clémentine Roy (74 Min.)
21 Uhr Diskussion mit Caroline Kirberg und Clémentine Roy, moderiert von Florian Wüst

Unter dem Motto „Kontemplation und Handlungsfähigkeit” regt diese Folge von Chromatic Wednesdays zu einem Perspektivwechsel in unruhigen Zeiten und an Orten an, an denen sich Realität und Fantasie vermischen. Rituale, Omen, Himmelsphänomene sowie übermenschliche Erzählungen: Durch alternative Praktiken, Weltgestaltung und Spekulation wird die natürliche Umwelt auf eine Weise wahrgenommen, erforscht und bearbeitet, die sich gegen ungebremstes Wachstum und Ausbeutung wendet. Der von Florian Wüst kuratierte und moderierte Abend präsentiert eine Live-Lesung von Johanna Thompson aus ihrem Buch Birds (2018) und ein Screening von Clémentine Roys experimentellem Dokumentarfilm Arancia Bruciata (2024). Im Anschluss an das Screening findet ein Q&A mit der Co-Produzentin Caroline Kirberg und der Filmemacherin Clémentine Roy statt, die online an der Veranstaltung teilnehmen werden.

Diese und die nächste Folge von Chromatic Wednesdays befassen sich mit den Themen Kontemplation und Handlungsfähigkeit. Kontemplation ist ein Vorschlag für eine Praxis, um mit den aktuellen Problemen unserer soziopolitischen Landschaft umzugehen: dem Aufstieg des Rechtspopulismus, der Hand in Hand mit dem Techno-Feudalismus geht und zur Ausbeutung von Menschen, anderen Tieren und ökologischen Systemen führt. Die Geschwindigkeit des Informationsflusses und die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen passen nicht zusammen, und diese Kluft macht uns anfällig für Kontrollmechanismen. Kontemplation als Methode, um zu entschleunigen und Perspektive zu gewinnen, wird Wege für neue Handlungsmöglichkeiten gegen zunehmende politische Vorurteile und Regime eröffnen.

In der dritten Folge möchte Chromatic Wednesdays für eine offene, aufgeschlossene und zugleich engagierte Herangehensweise an unsere Umgebung werben. Sehe ich das, was ich sehe? Höre ich zu oder höre ich nur? Erkenne ich Dinge, die über das hinausgehen, was ich zu erkennen gelernt habe? Wir präsentieren Bilder, Worte und Klänge, die sich mit verschiedenen Konzepten der Vernetzung durch Zeit und Raum auseinandersetzen.

Clémentine Roy wurde in Frankreich geboren, wo sie an der Ecole Nationale Supérieure d’Arts de Paris Cergy studierte. Sie lebt und arbeitet als Künstlerin in Berlin. Ihre Arbeiten umfassen bewegte Bilder, Fotografien, soziale Skulpturen und Editionen. Ihr Film Carcasse (2017), zwischen Ethnografie und Science-Fiction angesiedelt, zeigt eine Gemeinschaft von Menschen und Tieren, die auf einer verlassenen Insel mit den Überresten einer verlorenen Welt arbeiten. Er wurde in der Berlinischen Galerie gezeigt und für verschiedene Festivals wie IFFR und RIDM ausgewählt.

Caroline Kirberg produziert mit pong film und Kirberg Motors Dokumentar-, Hybrid- und Spielfilme mit (politischer) Haltung in den Bereichen Kino und Kunst. Ihr besonderes Interesse gilt dem Überschreiten von Grenzen und hybriden Formen, wobei sie vor und hinter der Kamera neue narrative, ästhetische und technische Methoden erprobt. Sie produziert Filme von Philip Scheffner, Alex Gerbaulet, Mareike Bernien, Dani Gal, Clémentine Roy, Clarissa Thieme und anderen. Sie unterrichtet unter anderem an der DFFB und der HfG Offenbach und ist Gründungsmitglied des Hauptverbandes Cinephilie (HVC).

Johanna Thompson ist eine in Berlin lebende Konzeptkünstlerin, die sich mit menschlicher Interaktion, Medien und Klang beschäftigt. Sie studierte am San Francisco Art Institute und an der University of London. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie Narrative und Perspektiven unser Verständnis von Gesellschaft prägen.

Florian Wüst ist ein in Berlin lebender Filmkurator, Künstler, Verleger und Dozent. Er kuratiert Filmprogramme und Ausstellungen für internationale Kunstinstitutionen, Kinos und Festivals. Wüst ist Mitbegründer der Berlin Journals – On the History and Present State of the City, die sich mit den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen in Berlin und anderen Städten befassen.

Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.