Kunst im Untergrund 2024/25

flexen, flirren, fantasieren – mapping the queer city

Do, 1.8.24 – Di, 30.9.25 Typ: Kunstprojekt im Stadtraum, Veranstaltungen

Orte:

U-Bahnhof BülowstraßeOrte: U-Bahnhöfe Nollendorfplatz, Bülowstraße und Schönhauser Allee (U2)

Zeitraum:

Juni-September 2025

Künstler_innen:

Adrian Marie Blount, İpek Burçak, Lola von der Gracht, Franziska Pierwoss & Siska, Nadin Reschke

Online-Magazin mit Beiträgen von:

Sara Ahmed, Gürsoy Doğtaş, Mia Göhring, Audre Lorde, Poligonal, Paul B. Preciado, Anh Trieu u.a.

Veranstaltungsprogramm kuratiert von:

Marenka Krasomil, Sandra Teitge und Franziska Zahl mit Bella Bram und Letícia Oehlgardt

nGbK-Arbeitsgruppe:

Yeşim Duman, Lorena Juan, Marenka Krasomil, Sandra Teitge, Franziska Zahl

Auch in diesem Jahr präsentiert die neue Gesellschaft für bildende Kunst wieder die Ergebnisse des zweijährlichen Kunstwettbewerbs Kunst im Untergrund, in diesem Jahr unter dem Titel flexen, flirren, fantasieren – mapping the queer city. Fünf künstlerische Projekte bespielen die U-Bahnhöfe Nollendorfplatz, Bülowstraße und Schönhauser Allee entlang der Linie U2 mit großflächigen Plakaten auf den Hintergleisflächen der Bahnhöfe sowie mit Performances. Ein parallel erscheinendes Online-Magazin vereint künstlerische Beiträge mit historischen und gesellschaftspolitischen Analysen.

Die westeuropäische Großstadt wurde im Wesentlichen von weißen cis-Männern der Oberschicht konzipiert. Im osteuropäischen Raum gestaltete sich die Stadtplanung anders, war aber letztlich ebenfalls patriarchalisch angelegt. Doch Städte und ihre Bewohner_innen sind vielschichtig und divers. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Strategien für die Nutzung des öffentlichen Raums. flexen, flirren, fantasieren entwickelt daher Strategien für die Nutzung des öffentlichen Raums durch Frauen, People of Color (PoC), queere und postmigrantische Personen, Arbeiter_innen, Kinder, Rentner_innen und Menschen mit Behinderungen.

Die ausgewählten Arbeiten werden von Juni bis September 2025 ober- und unterirdisch an den U-Bahnhöfen Nollendorfplatz, Bülowstraße und Schönhauser Allee entlang der Linie U2 gezeigt. Arbeiten auf den Hintergleisflächen der U-Bahnhöfe werden durch Performances regelmäßig aktiviert. Zum Auftakt am 28. Juni lassen Franziska Pierwoss & Siska das lebendige Erbe des Türkischen Basars am U-Bahnhof Bülowstraße mit einem Livekonzert wiederaufleben. Im Juli aktivieren dann Lola von der Gracht und Adrian Marie Blount ihre Arbeiten an allen drei U-Bahnhöfen. An der Bülowstraße und Schönhauser Allee sind im September schließlich Arbeiten von İpek Burçak und Nadin Reschke zu sehen.

Zur diesjährigen Ausgabe von Kunst im Untergrund ist erstmals ein Online-Magazin erschienen, das bereits jetzt unterschiedliche Perspektiven und eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Stadtraum zusammenbringt. Das Magazin vereint neue und bestehende Texte, Video- sowie Audioarbeiten und lädt über den gesamten Projektzeitraum sukzessive Künstler_innen, Autor_innen und Aktivist_innen ein, ihre Perspektiven einzubringen. Neben künstlerischen Beiträgen werden auch historische und gesellschaftspolitische Analysen veröffentlicht, die den intersektionalen Charakter des Projekts unterstreichen. Inhaltlich verknüpft das Magazin historische Perspektiven aus Ost- und West-Berlin mit aktuellen Fragestellungen – insbesondere im Kontext der drei U-Bahnhöfe entlang der während der Teilung Berlins unterbrochenen Linie U2.

Grafik: Shortnotice Studio

ÜBER KUNST IM UNTERGRUND

Der Kunstwettbewerb fand, ursprünglich mit dem Titel „Kunst statt Werbung“, erstmals im Jahr 1958 in Ost-Berlin statt und rief Künstler_innen auf, Plakate für den Frieden zu entwerfen. Die eingereichten Arbeiten wurden an den Hintergleisflächen am U-Bahnhof Alexanderplatz ausgestellt. Während ein Großteil der damaligen DDR-Institutionen nach 1989 aufgelöst oder umbenannt wurde, konnte sich der Wettbewerb behaupten. Seit Anfang der 1990er-Jahre setzt die nGbK in Zusammenarbeit mit den zuständigen Senatsverwaltungen unter dem Projekttitel „Kunst im Untergrund“ künstlerische Arbeiten in oder in unmittelbarer Nähe von Berliner U-Bahnhöfen um.

Von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützt und auf Empfehlung des Beratungsausschusses Kunst (BAK) aus den gesamtstädtischen Mitteln „Künstlerische Gestaltungen im Stadtraum“ finanziert.

BEGLEITPROGRAMM

Soundtrax for a Bazaar (Franziska Pierwoss & Siska)

Sa, 28.6.25, 17:00–22:00 Uhr

Eröffnung mit Konzerten und DJ Sets

Ort: U-Bahnhof Bülowstraße

Soundtrax for a Bazaar von Franziska Pierwoss & Siska ist ein Tribut an das Live-Musik-Restaurant des Türkischen Basars, das zwischen 1978 und 1991 am U-Bahnhof Bülowstraße florierte und die dynamische Musikszene der Potsdamer Straße prägte. Zur Eröffnung von Kunst im Untergrund 2024/25: flexen, flirren, fantasieren – mapping the queer city verwandelt ein Live-Konzert den Platz unter dem Bahnhof in ein großes Fest.

Programm:

17:00 Uhr Begrüßung

17:30 Uhr Performances & Street Music

17:45 Uhr NIA 2161

18:15 Uhr EYCK / Queen DGS

18:30 Uhr NAN

19:30 Uhr EYCK / Queen DGS

19:45 Uhr Lyrik mit Emanuele Queen

20:00 Uhr Emrah Gökmen

21:00 Uhr DJ Wahid

22:00 Uhr Ende

22:00 Uhr - Open End

After Hour in der Bar Voyage

Nollendorfstraße 1

10783 Berlin

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Basics of Care (Adrian Marie Blount)

So, 6.7.25, 17:00–20:00 Uhr

Performance

Ort: U-Bahnhof Nollendorfplatz (oben)

Performance von Adrian Marie Blount

Während der spatial activations (räumlichen Aktivierungen) Basics of Care belebt eine kleine Gruppe Schwarzer queerer Performer_innen den U-Bahnhof Nollendorfplatz mit leisen, zärtlichen Gesten von Liebe, Intimität und Fürsorge. In alltäglicher Kleidung – von Drag bis Business Casual – bewegen sie sich improvisiert durch den Raum, sichtbar und doch eingebettet in den Berliner Pendelrhythmus. Die Performance schafft einen Raum für Fantasie, Nähe und Widerstand – jenseits von Spektakel, gegen Auslöschung, für gelebte Präsenz.

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Gespräch mit Adrian Marie Blount und Mandhla Ndubiwa

So, 6.7.25, 20:30 Uhr

Gespräch

Ort: Bar Voyage, Nollendorfstraße 1, 10783 Berlin

Gespräch mit Adrian Marie Blount und Mandhla Ndubiwa

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ABGESAGT: In Berlin Nichts Neues (Ipek Burçak)

Sa, 20.9.25, 17:00 Uhr

Die Performance musste leider abgesagt werden.

Ort: U-Bahnhof Bülowstraße

Ausgehend von der Geschichte des Türkischen Basars in den späten 1980er Jahren macht In Berlin Nichts Neues postmigrantische, antifaschistische und antirassistische Bewegungen im Stadtraum sichtbar. Anhand von Plakatwänden und Textinstallationen, inspiriert von der Ästhetik des Fotoromans, rückt die Arbeit unabhängige Zeitschriften und Zines wie Antifaşist Haber Bülteni, diyalog, Köxüz, Inisiyatif und lubunya ins Zentrum – herausgegeben von postmigrantischen Gruppen im Berlin der 1990er Jahre. Eine aktivierende Leseperformance mit zwei Performer*innen und mobilen Soundelementen bringt die Inhalte live zur Geltung – laut, beweglich, demonstrativ.

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Lila Fetzen (Nadin Reschke)

Sa, 20.9.25, 15:00 Uhr

Performance von Nadin Reschke

Ort: U-Bahnhof Schönhauser Allee

In einer kollektiven Performance im öffentlichen Raum wird an queere und feministische Widerstandsformen der späten DDR erinnert – insbesondere an die „Lila Offensive“, eine ostdeutsche Frauenbewegung aus dem Prenzlauer Berg der 1980er Jahre. Ausgangspunkt sind zwei großformatige Fotografien, die an den Gleisflächen der Schönhauser Allee installiert sind. Zehn FLINTA-Personen aus verschiedenen Communities bringen historische und aktuelle feministische Stimmen in den Stadtraum: mit Texten, Bannern, Kostümen und performativen Gesten, die queer-feministische Kämpfe sichtbar machen und zur kritischen Auseinandersetzung mit der Stadt als normiertem Raum einladen. Die 60-minütige Performance verläuft vom U-Bahnhof Eberswalder Straße über die Gethsemanekirche bis zum Sonntags-Club. Sie wird videodokumentiert und ist im Anschluss per QR-Code abrufbar.

Weiter Infos zum Programm auf flexen-flirren-fantasieren.ngbk.de

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ABGESAGT: Kunst im Untergrund 2024/25: Magazin Party

Sa, 20.9.25, 19:00 Uhr

Abschlussveranstaltung musste leider abgesagt werden.

Sprachen: Deutsch, Englisch

Ort: Spike Art Magazine, Goebenstr. 22, 10783 Berlin

Die Abschlussveranstaltung lädt ein zu Gesprächen mit Künstler_innen sowie Autor_innen des Magazins. Im Laufe des Abends legen verschiedene DJs auf.

Es wird ein Abend des Austauschs, der Begegnung und des gemeinsamen Ausklangs.

19:00 Uhr: Begrüßung

19:30 Uhr: Panel Talk 1 Yassassin

mit Gürsoy Doğtaş, Hải Anh Triệu moderiert von Aurora Rodonò (EN + DE)

20:45 Uhr: Performatives Lesen,Melanie Jame Wolf

21:15 Uhr: Panel Talk 2 Gegenöffentlichkeiten und das Recht auf Stadt

mit Nora Eckert, Mia Göhring, Gabriele Stötzer moderiert von Elisa Linn (DE)

22:00 Uhr: DJ Set Wahid el Solh

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Weitere Infos zum Programm auf flexen-flirren-fantasieren.ngbk.de

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