(Open) Archive for Urbanism – Außensicht

Schaufensterausstellung mit Michele Galassi und Gertraude Pohl

Sa, 25.7. – So, 30.8.26 Typ: Ausstellung Sprachen: Deutsch, Englisch

Ort:

station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin (Eingang Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e.V.)

Künstler:innen:

Michele Galassi & Gertraude Pohl

nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen:

Juan Camilo Alfonso, Jochen Becker, Eva Hertzsch, Constanze Musterer, Adam Page, Katharina Ziemke

Die Ausstellung Open Archive for Urbanism, die im Frühjahr 2026 in der station urbaner kulturen zu sehen war, wird über den Sommer mit einer Schaufensterausstellung fortgesetzt. Arbeiten von Michele Galassi und Gertraude Pohl fragen, wie gebaute Raumgestaltung, Architektur und Stadt gesellschaftliche Teilhabe, Identität und Zugehörigkeit prägen.

Michele Galassi hält in seinen Arbeiten entwurzelte Gemeinschaften, Leben am Rande der Gesellschaft und Formen kollektiver Resilienz fest. Seine Langzeitprojekte behandeln Themen wie Obdachlosigkeit, soziale Verwundbarkeit und inklusives Theater. In der Schaufensterausstellung ist eine Arbeit aus Galassis Fotoserie Die Winterreise zu sehen, die in einem Berliner Wohnheim für ehemalige Obdachlose entstand. Die Serie stellt Fragen nach Ausschlüssen, Anpassung und Chancen für Menschen, deren Lebenswege entgegen der Normen der Gesellschaft verlaufen.

Gertraude Pohl hat mit ihren Kunst-am-Bau-Projekten die visuelle Identität vieler öffentlicher Gebäude der DDR mitgeprägt. Dafür entwickelte sie ganze Farb-, Material- und Raumkonzepte und eine eigenständige abstrakte Formensprache. Die station urbaner kulturen präsentiert nun eine Abfolge ihrer farbigen Wandbilder aus modularen Betonformsteinelementen: Die 1977–86 gefertigten, spielerischen Botschaften an industriell gebauten Kinderkombinationen (KIKO) in Berlin Marzahn und Lichtenberg, sowie die freistehenden Trennwände aus doppelseitigen Betonformsteinelementen, die der Trennung von Wohnvierteln zum Straßenraum im kriegszerstörten Frankfurt/Oder dienten.

Michele Galassi (*1976 in Italien) wurde am ISFCI in Rom ausgebildet bevor er seinen Master in Fotojournalismus machte. Seit 2011 lebt er in Berlin und vertieft seine fotografische Praxis durch Studien in digitaler Fotografie, Medien und Filmproduktion. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen die Dokumentation des Exodus aus Bergkarabach nach Armenien (2023), die Proteste in Tiflis, Georgien (2024), sowie inklusive Theatergemeinschaften und Alltagsleben in der vom Krieg betroffenen Ukraine (2025/26).

Gertraude Pohl (*1940 in Zittau) ist bildende Künstlerin und Gestalterin. Zu ihren wichtigsten Arbeiten zählen die Mitarbeit an der gesamten Farb- und Materialgestaltung des Palastes der Republik (1973–1976) sowie die Gestaltung des Natursteinbodens in dessen Hauptfoyer, die Innenraumgestaltung und ein großformatiges Keramik- und Glaswandbild im Interhotel Stadt Berlin (heute Park Inn am Alexanderplatz), großformatige Emaille-Wandbilder für das Stern-Radio-Werk in Berlin-Marzahn sowie individuelle Wandbilder in verschiedenen Techniken. Nach der Wende realisierte sie zahlreiche Projekte zu Kunst im öffentlichen Raum.

Gertraude Pohl, Wohngebiet Große Scharrnstraße in Frankfurt/Oder, 1980

PROGRAMM

Eröffnung
Sa, 25.7.26, 18:00 Uhr

Der Fotograf Michele Galassi präsentiert eine weitere Arbeit aus seiner Fotoserie Die Winterreise, die in einem Berliner Wohnheim für ehemalige Obdachlose entstand. Seine Bilder implizieren Fragen nach Ausschlüssen, Anpassung und Chancen für Menschen, deren Lebenswege gegen die Normen der Gesellschaft verlaufen, und zeigen das Ankommen in Sicherheit nach individuellen Herausforderungen. 

Gertraude Pohl gehört zu den weigen Künstlerinnen, die die visuelle Identität vieler öffentlicher Gebäude der DDR mit geprägt haben. Präsentiert werden ihre farbigen Wandbilder aus modularen Betonformsteinelementen: Die 1977-86 für Berlin Marzahn und Lichtenberg gefertigten, spielerischen bildnerischen Botschaften an den industriell gebauten Kinderkombinationen (KIKO) sowie die freistehenden Trennwände aus doppelseitigen Betonformsteinelementen im Neubauviertel der kriegszerstörten Stadt Frankfurt/Oder.

Wem gehört der öffentliche Raum?
Gespräch mit Christof Zwiener
Sa, 29.8.26, 17:00 Uhr

Christof Zwiener ist Künstler und Kurator von BETON Berlin sowie der Berlin Britzenale, die sich in diesem Jahr der Zukunft urbaner Kleingärten zwischen ökologischer Praxis, sozialem Miteinander und Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung widmete. Im Gespräch mit Jochen Becker werden Umgang, Zuständigkeiten und Gestaltung von und mit dem öffentlichen Raum rückblickend, aktuell und in die Zukunft denkend diskutiert.

Gefördert vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

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