unterwegs

Sa, 22.11.25 – Sa, 7.3.26 Typ: Ausstellung Sprachen: Deutsch, Englisch

Ort:

station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin (Eingang Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e.V.)

Künstler:innen:

Nooshin Shafiee, Heike Gallmeier, Siavash Amini

nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen:

Juan Camilo Alfonso, Jochen Becker, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page, Katharina Ziemke

Die Ausstellung versammelt Werke von Orten, die in ihrer Bestimmung ungewiss bleiben: rätselhaft, gestaltet und doch eigenartig gestaltlos. Wo sind wir? Irgendwo in einer Stadt, irgendwo an einer Grenze?

Die Fotografin Nooshin Shafiee, der Klangkünstler Siavash Amini, beide aus dem Iran, und die Berliner Installationskünstlerin Heike Gallmeier verbindet die fortlaufende Erkundung eines bestimmten Terrains, eines Gebietes, durch das sie sich mit Kamera, Notizbuch oder Mikrofon bewegen und das sie künstlerisch dokumentieren. Nooshin Shafiee und Siavash Amini streifen seit Jahren kreuz und quer durch Teheran mit dem Vorsatz, diese chaotische Millionenstadt in Bild und Ton festzuhalten. Heike Gallmeier hingegen folgt der vorgegebenen Route der deutschen Außengrenze. Ihr geht es darum, den Charakter dieser symbolisch aufgeladenen Leerstelle zu fassen, ohne sich von vorgefertigten Konzepten und Klischees leiten zu lassen.

Die Ausstellung holt eine auf den ersten Blick ungewohnte Welt in die station urbaner kulturen nach Hellersdorf. Hier an der Grenze zwischen Stadt und Umland, im Aufeinandertreffen von Neu und Alt werden mit den Künstler_innen Begriffe wie „Unort“, „Ordnung“ sowie „Um“- und „Unordnung“ zur Diskussion gestellt und über Fragen nach Stabilität im Wandel, über offene und geschlossene Räume und über Freiheit und Grenzen reflektiert. Was machen Orte mit uns? Und wie prägen wir sie im Gegenzug?

Nooshin Shafiee, Ohne Titel, aus „And all this slips around“, 2025, © Nooshin Shafiee

PROGRAMM


Eröffnung
Sa, 22.11.25, 18:30 Uhr

Eröffnung der Ausstellung mit einer Einführung durch die Kuratorin


Foto-Workshop

mit Nooshin Shafiee
Sa, 29.11.25, 16:00–19:00 Uhr

Im Rahmen des Workshops findet ein Fotospaziergang statt, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam einen Teil von Hellersdorf erkunden. Während wir uns durch den Ort bewegen und gemeinsam fotografieren, wird Nooshin Safiee uns helfen, interessante Blickwinkel, Kompositionen und Motive zu entdecken. Nach dem Spaziergang werden die entstandenen Bilder gemeinsam in einer offenen, konstruktiven Diskussion besprochen. Teilnehmende können auch bereits vorhandene Portfolios mitbringen, um sie gemeinsam in der Gruppe anzusehen und zu diskutieren.


Hinter den Fenstern der Wohnkomplexe
Sa, 6.12.25, 18:00 Uhr

Gespräch mit Kito Nedo zur Ausstellung „Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau“ (DAS MINSK Potsdam) und Projektion des Kurzfilms „Hinter den Fenstern“ von Petra Tschörtner

Was machen Orte mit uns? Und wie prägen wir sie im Gegenzug?

Die Ausstellung „Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau“ im MINSK, Potsdam zeigt aktuell mit ca. 50 Arbeiten Perspektiven auf ein Bau- und Lebensmodell, das bis heute nachwirkt. Ursprünglich war der Plattenbau das Herzstück der DDR-Sozialpolitik; ungefähr ein Viertel der DDR-Bevölkerung wohnte in der „Platte“. Nach dem Ende der DDR wurde er zum Schauplatz schmerzhafter Transformationen. Als moderne Ruinen warteten die Gebäude auf ihren Abriss, wurden saniert oder umgebaut.

Zum „Wohnkomplex“ gehört auch der gelebte Alltag derer, die darin wohnen und wohnten. „Hinter den Fenstern“, der dokumentarische Diplomfilm an der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen der DDR der Regisseurin Petra Tschörtner (1958–2012), blickt hinter die Fassaden des Plattenbaus. Er folgt drei Ehepaaren im Alter von ca. 30 Jahren in einem Hochhaus in Potsdam. Sie berichten von ihrem Zueinanderfinden, ihren Emanzipationswünschen und Konflikten, wobei gesprochene und Körpersprache oft auseinanderklaffen.

Der Film wurde 1984 bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen zweifach ausgezeichnet. Die jüngst fertiggestellte Digitalisierung und Restaurierung wurde unterstützt durch das „Förderprogramm Filmerbe“ und wurde für die Veranstaltung dankenswerterweise von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF bereitgestellt.

„Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau“, DAS MINSK Potsdam, 6.9.2025 – 8.2.2026, kuratiert von Kito Nedo. Nedo arbeitet als freier Autor, Redakteur und Journalist im Bereich Bildende Kunst und Kulturpolitik und lebt in Basel und Berlin.
Petra Tschörtner: „Hinter den Fenstern“, 43 Min., Fernsehen der DDR 1983, Drehbuch: Petra Tschörtner, Fritz Martin Barber, Kamera: Peter Ziesche.


Künstlerinnengespräch
mit Heike Gallmeier
Sa, 13.12.25, 16:00 Uhr

Heike Gallmeier spricht mit der Berliner Kuratorin Alexia Timmermans über das Reiseprojekt „Outlines“. In einem zum mobilen Wohnatelier umgebauten Van reiste Heike Gallmeier 2020/21 entlang der deutschen Außengrenzen durch Tschechien, Polen, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, die Schweiz und Österreich. Ausgangspunkt der Reise war die bayerische Kleinstadt Hohenberg, wo die Künstlerin nur wenige Schritte von der damals noch geschlossenen Grenze zur ehemaligen Tschechoslowakei aufgewachsen ist. In der Ausstellung „unterwegs“ sind Ergebnisse dieser Reise zu sehen: Fotos von temporären Installationen, ein fotografischer Reisebericht, und Interviews über das Thema „Grenzen“ mit Menschen, die der Künstlerin entlang der Grenze begegnet sind.

Heike Gallmeier (*1972, Berlin) hat Malerei (Kunsthochschule Mainz) und Bildhauerei (Weißensee Kunsthochschule Berlin) studiert. Sie war Stipendiatin des Deutschen Studienzentrums in Venedig und wurde unter anderem von der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung NRW gefördert. Sie ist seit 2021 Professorin für Malerei an der Hochschule Pforzheim. Ihre Werke wurden u.a. im Frankfurter Kunstverein, im KW Institute for Contemporary Art Berlin, im Ca Rezzonico Museum in Venedig und im Wallraf-Richartz-Museum in Köln gezeigt.

Alexia Timmermans (*1990, Antwerpen) ist Kuratorin und Kommunikationsmanagerin in Berlin. Sie arbeitete u. a. bei Studio Julius von Bismarck, neugerriemschneider, Kewenig und der Boros Collection sowie zuletzt bei der Berlin Art Week. Ihre kuratorische Praxis verfolgt sie seit 2016 und seit 2023 leitet sie Substrat—Artist Management and Communications, eine Agentur für projektbasierte Unterstützung von Künstler*innen. Sie studierte Art Business (Sotheby’s Institute of Art, London), European Studies (HU/FU Berlin) und Germanistik/Spanisch (Universität Antwerpen und Complutense Madrid).

Kuratorinnenführung
mit Katharina Ziemke
Sa, 10.1.26, 16:00 Uhr

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