Trans_plantationen
Ort:
station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf
Künstler_innen:
Anujah Fernando, Ginan Seidl & Yalda Afsah, Juan Camilo Alfonso
nGbK-Arbeitsgruppe station urbaner kulturen:
Juan Camilo Alfonso, Jochen Becker, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page, Katharina Ziemke
Die Ausstellung ›Trans_plantationen‹ legt den Fokus auf den Moment der Verpflanzung als vielschichtigen Grenzgang zwischen Ländern, sozialen Gruppen, Geschlechtern und Identitäten. Eine Installation von Anujah Fernando widmet sich der Frage, welche Erinnerungen an einem flüchtigen Ort wie einer Asylunterkunft verbleiben, wenn die Menschen längst nicht mehr dort wohnen. Die Zwei-Kanal-Installation ›Bacha Posh‹ von Yalda Afsah und Ginan Seidl erzählt durch atmosphärische Bilder von Stadtlandschaften und Nahaufnahmen das Leben eines 13-jährigen afghanischen Mädchens, das als Junge in Mazar-i-Sharif aufwächst und die Pflichten und Freiheiten seiner Rolle bewusst lebt. Die kollektiv entstandene Installation ›Rhizom‹, geleitet von Juan Camilo Alfonso mit Bewohner_innen in Hellersdorf, zeigt auf Papier und Stoff gestickte pflanzliche Abdrücke der verschwindenden Grünfläche ›Place Internationale‹.
VERANSTALTUNGSPROGRAMM
Eröffnung und Führung
Fr, 12.9.25, 18:00 Uhr
Filmscreening „Farah“
Sa, 27.9.25, 18:00 Uhr
mit Ginan Seidl
FARAH (2022) ist ein Film über das Erwachsenwerden, über die Schwierigkeit, in einer fremden Umgebung seinen Platz zu finden und sich dort heimisch zu fühlen. Der Dokumentarfilm begleitet die jugendliche Protagonistin Farahnaz beim Erwachsenwerden, beim Hineinwachsen in verschiedene vorgefertigte oder selbstbestimmte Rollenbilder und beim Herauswachsen aus diesen. Aufgewachsen als Junge nach der afghanischen Tradition des „Bacha Posh“, verhandelt Farahnaz selbstbewusst die ihr von der Gesellschaft zugewiesenen Rollen neu – als Einwanderin in Deutschland, als Mädchen in Jungenkleidung, als Familienmitglied und als Freundin.
Eco Print Workshop: Verwurzelung und Migration
Sa, 11.10.25, 15:00–17:00 Uhr
mit Gudrun Fenna Ingratubun und Juan Camilo Alfonso
Wie können wir unsere eigenen Geschichten mit Pflanzen erzählen? Was können wir von ihnen über Wanderungs- und Verwandlungsprozesse lernen?
Der Workshop nähert sich diesen Fragen mithilfe der Eco-Print-Technik. Blätter werden auf Papier gedruckt. Die Pigmente werden extrahiert, um ein Zeitzeugnis dieses Moments und der dabei entstehenden Gespräche zu kreieren.
Der Workshop ist kostenlos. Alle Materialien sind inklusive und im Anschluss können die Teilnehmenden ihre eigenen Werke mit nach Hause nehmen.
„Obgleich ich nun komme oder gehe“
Sa, 1.11.25, 17:00 Uhr
Screening: இனி வந்தென்ன வராமல் என்ன [Obgleich ich nun komme oder gehe]
Briefe aus der Kantstraße 104a + Artist Talk mit Anujah Fernando und Gästen.
Welche Erinnerungen bleiben in einem Transitort zurück? Welche Bedingungen bestimmen die Entscheidung zu migrieren, und verändern sich diese im Laufe der Zeit?
Basierend auf der Arbeit von Anujah Fernando werden wir mit Ram Paramanathan – Creative Producer, Journalist und ehemaliger Produzent und Host des Podcasts „hellokekutho“ – sowie Rohit Arora – Permakulturarbeiter und Mitglied des Betriebsrats von Lieferando in Marzahn-Hellersdorf – über die Arbeitsbedingungen von Migrant_innen und deren Einfluss auf Migrationsentscheidungen verschiedener Generationen sprechen. Dabei werden auch Fragen von Zugehörigkeit, queeren Identitäten, Familie und Verbundenheit aufkommen.
Die Veranstaltung ist für Personen geeignet, die Deutsch, Englisch und/oder Tamil sprechen.
Im Rahmen der Berlin Art Week