in touch: The Manifesto of Post-Phlegmatism
Lesung von Miriam Schmidtke
Das Manifesto of Post-Phlegmatism feiert Apathie und die Flucht in den ewigen Schlaf als radikale Geste gegen die unterdrückenden Anforderungen des Spätkapitalismus. Der Text versteht Ruhe nicht als bloße biologische Notwendigkeit, sondern als politische Haltung. Schlaf erscheint hier nicht als Mittel zur Regeneration für weitere Arbeit, sondern als bewusster Entzug aus einem System, das menschliche Energie unaufhörlich verwertet. Das Manifest ruft zu einem spekulativen Kult der Träumenden auf und imaginiert einen Zufluchtsort für all jene, die Schutz in den Schwellenräumen zwischen Unbewusstem und digitalem Äther suchen. Schlaf wird zur mystischen Praxis und zugleich zu einer Form des Widerstands gegen permanente Verfügbarkeit und technokapitalistische Überwachung.