nGbK Lecture: REALismus gegen Faschismus
Vortrag und Gespräch mit Dr. Damian Lentini, moderiert von Ingo Arend
Der Vortrag untersucht die historische Entwicklung und das fortbestehende Potenzial des Realismus im Hinblick auf dessen Einsatz als Form des Widerstands gegen tief verwurzelte Formen des (Neo)Kolonialismus, der rassistischen Segregation und des Autoritarismus. Anhand von Werken aus der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart hinterfragt der Vortrag kritisch sowohl den Begriff des Realismus als eine Art Oberbegriff, der die Arbeiten einer heterogenen Gruppe von Künstler:innen vereint, als auch auf die künstlerischen, sozialen und politischen Möglichkeiten zeitgenössischer „Realismen“ im Kampf gegen die jüngsten neofaschistischen Bewegungen weltweit hinzuweisen.
Dr. Damian Lentini untersucht in seiner Forschungsarbeit und kuratorischen Tätigkeit die verwobenen Geschichten moderner und zeitgenössischer Kunst von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Er schloss sein Studium an der University of Melbourne 2009 mit einer Doktorarbeit ab und arbeitet seither an diversen Projekten in Australien, Deutschland und in Österreich. Er arbeitet derzeit Stellvertretender Direktor im Ludwig Forum in Aachen und war zuvor Kurator an die Secession in Wien. Bevor war er von 2015 bis 2023 am Haus der Kunst in München tätig, wo er unter anderem mit Okwui Enwezor, Ulrich Wilmes und Katy Siegel an dem vielbeachteten Ausstellungsprojekt Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965 (2016) zusammenarbeitete. Zu seinen eigenen kuratorischen Projekten zählen Ausstellungen mit Phyllida Barlow, Sung Tieu, Jeremy Shaw, Rochelle Feinstein, Dumb Type, Kapwani Kiwanga, Vernon Ah Kee und dem Karrabing Film Collective.