nGbK-Lectures 2025

Mi, 1.1. – Mi, 31.12.25 Typ: Gespräche, Vorträge

Ort(e):

nGbK, Karl-Liebknecht-Straße 11/13, 10178 Berlin
Stadtwerkstatt, Karl-Liebknecht-Straße 11, 10178 Berlin

Teilnehmer_innen

Jochen Becker, Klaus Fischer, Julia Grosse, Christiane Mennicke-Schwarz, Ingrid Wagner, Mirjam Zadoff

Vereinsinitiative

Das Format “nGbK-Lectures” startete 2016. In Podien und Debatten mischt sich die nGbK in das öffentliche Gespräch ein, erarbeitet Stellungnahmen, solidarisiert oder empört sich. In zeitlich unregelmäßigen Abständen organisieren Vereinsmitglieder Abendveranstaltungen zu kulturpolitischen Themen.

nGbK Lecture: Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert. Gespräch mit Mirjam Zadoff und Julia Grosse

Di, 7.1.25, 19:00 Uhr

Ort: nGbK, Karl-Liebknecht-Straße 11/13, 10178 Berlin

Seit 2018 ist Mirjam Zadoff Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München; im Oktober 2023 erschien ihr Buch Gewalt und Gedächtnis. Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert und im April 2024 der von ihr gemeinsam mit Lena Gorelik und Miryam Schellbach herausgegebene Band Trotzdem sprechen, welcher Autor_innen versammelt, die trotz der Spaltungen und Verwerfungen in den Kulturszenen im Zeichen des 7. Oktobers und des darauffolgenden Krieges an Austausch festhalten und arbeiten.

Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin Julia Grosse gilt es, diese Dinge anhand der konkreten Auseinandersetzung mit der Rolle von Kunst insbesondere im öffentlichen Raum zusammenzudenken: Was lässt sich an Beispielen wie der aktuellen Diskussion um das Bismarck-Denkmal in Hamburg ablesen? Was ermöglichen Bestrebungen wie das von Talya Feldman initiierte kollektive digitale Projekt „Wir Sind Hier“, das den Betroffenen von rechten, rassistischen und antisemitischen Anschlägen und rassistisch motivierter Polizeigewalt gewidmet ist? Was passiert, wenn verschiedene Erinnerungslinien konvergieren oder in Spannung treten?

Das Gespräch findet auf Deutsch mit englischer Übersetzung statt.

Mirjam Zadoff ist Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. Sie war zuvor Professorin für Geschichte und Inhaberin des Alvin H. Rosenfeld Chairs in Jewish Studies an der Indiana University Bloomington. Gastprofessuren führten sie unter anderem nach Zürich, Berkeley, Berlin oder Augsburg. Aktuell lehrt sie an der LMU München und der TUM München. 

Julia Grosse ist Kunsthistorikerin, Mitgründerin von Contemporary And (C&), lehrt am Institut für Kunst im Kontext der UdK und ist am Gropius Bau in Berlin Mitarbeiterin für strategische und konzeptionelle Beratung und Entwicklung.

nGbK Lecture: Verbund – Ein Gespräch über gemeinsame Perspektiven für Kunstvereine

Fr, 14.2.25, 19:00 Uhr

Ort: Stadtwerkstatt, Karl-Liebknecht-Straße 11, 10178 Berlin

Mit Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus/Robotron-Kantine Dresden) & Klaus Fischer (Kunstverein Freunde Aktueller Kunst)
Moderation: Ingrid Wagner (Präsidium nGbK) & Jochen Becker (station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf)

Im Gespräch mit den Vertreter_innen zweier exponierter Institutionen – dem Kunsthaus in Dresden und dem Kunstverein Freunde Aktueller Kunst e.V. in Zwickau – wollen wir über Erfahrungen sprechen, wie es nach den Wahlen in Sachsen mit Kunst und Kultur, aber auch im Alltag der Kunstinstitutionen weitergehen kann. Mit Christiane Mennicke-Schwarz und Klaus Fischer diskutieren wir über den Umgang mit populistischen Parteien und zeigen Wege der Solidarisierung mit ostdeutschen Kunstvereinen auf. Sind unsere Erfahrungen als nGbK vergleichbar?

Das Kunsthaus Dresden ist seit 1991 als städtische Einrichtung Teil der Museen der Stadt Dresden und mit der geplanten Robotron-Kantine ein Haus für internationale Gegenwartskunst. Es gibt mit wechselnden Ausstellungen und begleitenden Veranstaltungen Einblicke in das aktuelle Kunstgeschehen der Welt. Wir möchten über die Perspektive innerhalb der Dresdner Kunstlandschaft, aber auch über die Erfahrungen, die in der Kunststadt Dresden mit Politik und Publikum gemacht wurden, diskutieren. Mit Christiane Mennicke-Schwarz sind wir seit der Gründung der station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf in engem Austausch.

Klaus Fischer ist Gründer und Leiter der Freunde Aktueller Kunst, einem 1998 in Zwickau gegründeten Kunstverein. Mittlerweile zählt er zu den größten Kulturvereinen Ostdeutschlands. Anders als in Dresden wird der Verein von Spenden und zum Teil aus Zuwendungen des Landes und des Bundes für die Programmarbeit gefördert. In der Stadt und dem politischen Umfeld hat der Verein auch aufgrund seines zum Teil kritischen Programms keinen leichten Stand. Klaus Fischer kann über die Geschichte des Kunstvereins Freunde Aktueller Kunst und die Reaktionen berichten, mit denen der Verein umgehen muss.

Mit beiden Einrichtungen möchten wir unsere Perspektiven austauschen: Was ist die Rolle der Kunst in der aktuellen Gesellschaft zwischen Kürzungen von Fördermitteln in Bund und Land (Berlin) und erstarkendem Populismus? Wie könnten Grundlagen einer gemeinsamen stabilen Struktur geschaffen werden? Solche Verbundsysteme können im Idealfall Produktionsmittel zur Verfügung stellen, Solidarität herausbilden helfen und uns insgesamt schlauer machen.