QUEERE KUNST IN DER DDR? Queer – Eine ostdeutsche Geschichte
Vortrag von Maria Bühner
Queere Lebensweisen in Ostdeutschland waren bereits in der Vergangenheit vielfältig – und zugleich häufig unsichtbar. Wie lebten und liebten queere Menschen in der DDR? Wie erlebten sie den Umbruch 1989/90 und die 1990er Jahre? Welche Strategien entwickelten sie, um Beziehungen, Freund_innenschaften und Gemeinschaften zu gestalten – im Privaten, in subkulturellen Räumen oder in politischen Bewegungen? Der Vortrag eröffnet einen Einblick in diese kaum bekannte Seite ostdeutscher Zeitgeschichte. Er zeigt anhand von vielfältigen Archivmaterial, wie queere Menschen in Ostdeutschland sowohl mit Diskriminierung und Kontrolle konfrontiert waren als auch Räume für Austausch, Selbstverwirklichung und politische Veränderungen schufen. Der Vortrag lädt dazu ein, gemeinsam über Sichtbarkeit, Erinnerungskultur und die Bedeutung queerer Perspektiven für die ostdeutsche Zeitgeschichte nachzudenken.
Maria Bühner ist Kulturwissenschaftlerin, Historikerin und Mitglied im Netzwerk Queere Zeitgeschichten im deutschsprachigen Europa. Ihre abgeschlossene Promotion zur Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland (1945–1995) erzählt ostdeutsche Geschichte aus queerer Perspektive neu. Sie war u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und am Deutschen Hygiene-Museum Dresden tätig. Ergebnisse ihrer Promotion hat sie beispielsweise in der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte (2025, Nr. 21) und in einer Expertise für den Senat Berlin (2024) veröffentlicht. Sie engagiert sich freiberuflich und ehrenamtlich für die Sichtbarkeit queerer ostdeutscher Geschichte.