QUEERE KUNST IN DER DDR? Filmvorführung „Coming Out“
mit anschließendem Gespräch mit dem Hauptdarsteller Matthias Freihof
Der DEFA-Spielfilm Coming Out (1989) von Regisseur Heiner Carow erzählt die Geschichte des jungen Ost-Berliner Lehrers Philipp (Matthias Freihof), der sich zunehmend mit seiner eigenen Homosexualität auseinandersetzt. Während er zunächst eine Beziehung mit seiner Kollegin Tanja führt, gerät er durch die Begegnung mit dem jungen Matthias in einen inneren Konflikt und beginnt, seine sexuelle Identität zu hinterfragen. Der Film begleitet diesen persönlichen Prozess zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, Vorurteilen und dem Wunsch nach Selbstakzeptanz.
Historisch gilt Coming Out als der einzige DDR-Spielfilm, der Homosexualität in den Mittelpunkt stellt. Seine Premiere fand am 9. November 1989 im Kino International in Ost-Berlin statt – in derselben Nacht, in der die Berliner Mauer fiel. Dadurch erhielt der Film eine besondere symbolische Bedeutung: Während draußen ein politisches System zusammenbrach, wurde im Kino ein gesellschaftliches Tabu thematisiert.
Mit anschließendem Gespräch mit dem Hauptdarsteller Matthias Freihof (Moderation: Stephan Koal).
Matthias Freihof, geboren 1961, ist ein deutscher Schauspieler, Sänger und Regisseur. Nach seinem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin feierte er seinen Durchbruch 1989 mit der Hauptrolle im DEFA-Film Coming Out. Bekannt ist er zudem aus zahlreichen TV-Produktionen wie Tatort, Siska, Der Alte, Soko sowie als Theaterregisseur.
Stephan Koal ist Mitinitiator und Leiter des KVOST. Seine Laufbahn begann 2003 bei C/O Berlin. Von 2010 bis 2018 kuratierte er an der Kunsthalle Rostock die Reihe „Portfolio Berlin“ und realisierte dort 2024 eine Ausstellung von Gregor Hildebrandt. Von 2007 bis 2010 war er Kurator und Projektmanager von Art Biesenthal. Für KVOST kuratierte er u. a. „Clara Mosch“, „Die Auto-Perforations-Artisten“ und „QUEERE KUNST IN DER DDR? Biografien zwischen Underground und Propaganda“.