QUEERE KUNST IN DER DDR? Filmvorführung „Coming Out“
mit anschließendem Gespräch mit dem Hauptdarsteller Matthias Freihof
Der DEFA-Spielfilm Coming Out (1989) von Regisseur Heiner Carow erzählt die Geschichte des jungen Ost-Berliner Lehrers Philipp (Matthias Freihof), der sich zunehmend mit seiner eigenen Homosexualität auseinandersetzt. Während er zunächst eine Beziehung mit seiner Kollegin Tanja führt, gerät er durch die Begegnung mit dem jungen Matthias in einen inneren Konflikt und beginnt, seine sexuelle Identität zu hinterfragen. Der Film begleitet diesen persönlichen Prozess zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, Vorurteilen und dem Wunsch nach Selbstakzeptanz.
Historisch gilt Coming Out als der einzige DDR-Spielfilm, der Homosexualität in den Mittelpunkt stellt. Seine Premiere fand am 9. November 1989 im Kino International in Ost-Berlin statt – in derselben Nacht, in der die Berliner Mauer fiel. Dadurch erhielt der Film eine besondere symbolische Bedeutung: Während draußen ein politisches System zusammenbrach, wurde im Kino ein gesellschaftliches Tabu thematisiert.