QUEERE KUNST IN DER DDR? „Aids – in Zeiten der Liebe“
Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion
Auf dem Podium: Jens Bisky, Johannes Nichelmann, Dr. Hennig Tümmers
Moderation: Christine Watty
Filmvorführung des ersten Teils der neuen ZDF-Dokuserie über ein schwules Künstlerpaar aus Ostberlin und ein Virus, das in den 1980er Jahren plötzlich alles verändert hat. In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Film geht es um die politische und gesellschaftliche Rolle von AIDS in der DDR. Warum informierte die Regierung um Erich Honecker ihre Bevölkerung erst nach jahrelangem Zögern? Welche Maßnahmen leiteten die Behörden ein und wie reagierten vor allem queere Menschen auf die Bedrohung? Welche Funktion sollte der erste schwule Film der DDR „Coming Out“ im Kampf gegen die Krankheit erfüllen, auch, wenn er AIDS gar nicht thematisiert? Außerdem geht es um die Folgen der Epidemie für die Kunstwelt in Ost und West. Der an AIDS verstorbene Kunsttheoretiker Wolfgang Max Faust konstatierte: „Es geht in der Kunst nicht mehr um Kunst. Es geht um unser Leben.“
Jens Bisky, geboren 1966, war lange Jahre Feuilletonredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ und arbeitet seit 2021 als geschäftsführender Redakteur am Hamburger Institut für Sozialforschung. Autor mehrerer Bücher, u.a. „Berlin. Biographie einer großen Stadt“ (2019) und „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“ (2024).
Dr. Hennig Tümmers, geboren 1977, ist Professor am Seminar für Zeitgeschichte, Universität Tübingen und Autor des Buches “AIDS - Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland” (2017).
Johannes Nichelmann, Jahrgang 1989, ist TV- und Audiojournalist, sowie Regisseur der Doku “AIDS - In Zeiten der Liebe”, außerdem Autor des Sachbuches “Nachwendekinder” (2019) und Co-Gründer der Produktionsfirma “nb Studios” in Berlin.
Eine Veranstaltung von ZDF aspekte, KVOST und Deutschlandfunk Kultur in Kooperation mit der nGbK und nbStudios