QUEERE KUNST IN DER DDR? Ein Abend mit Caspar Gutsche und Maria Bühner
Caspar Gutsche, die Verfasserin der frühen Lesbenprotokolle (1991) und Wegbegleiterin von Erika Stürmer-Alex liest aus ihrem Debütroman „Ich tanze nun mal nicht gerne Standard“ über ihre Kindheit und Zeit auf dem Künstlerhof Lietzen, den Stürmer-Alex 1982 als Freiraum in Brandenburg geschaffen hat. Die Lesung eröffnet persönliche und literarische Einblicke in das Leben als lesbische Frau in der DDR und den Umgang mit gesellschaftlichen Rollenbildern und ideologischen Erwartungen. Als Gesprächspartnerin begleitet Maria Bühner den Abend. Maria Bühner forscht zu lesbischem Leben in der DDR und engagiert sich für die Sichtbarkeit queerer ostdeutscher Geschichte.
Caspar Gutsche arbeitet als Autorin und ist seit über dreißig Jahren als Sängerin und Textautorin tätig. Ihr erster Roman „Ich tanze nun mal nicht gerne Standard“ erschien im vergangenen Herbst beim Querverlag. Zum Ausgleich für Wortreiches befasst sie sich sowohl mit Handwerklichem als auch Gestalterischem, von Innenarchitektur bis zur Schuhmacherei. Gebürtig und aufgewachsen in Ostberlin, lebt sie mit ihrer Frau in Berlin-Zehlendorf.
Maria Bühner ist Kulturwissenschaftlerin, Historikerin und Mitglied im Netzwerk Queere Zeitgeschichten im deutschsprachigen Europa. Ihre abgeschlossene Promotion zur Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland (1945–1995) erzählt ostdeutsche Geschichte aus queerer Perspektive neu. Sie war u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und am Deutschen Hygiene-Museum Dresden tätig. Ergebnisse ihrer Promotion hat sie beispielsweise in der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte (2025, Nr. 21) und in einer Expertise für den Senat Berlin (2024) veröffentlicht. Sie engagiert sich freiberuflich und ehrenamtlich für die Sichtbarkeit queerer ostdeutscher Geschichte.